Geschützter Raum für Waldveilchen und Haselmaus

Menden..  Es sind erdgeschichtliche Besonderheiten wie das Mendener Konglomerat am Rothenberg oder naturnahe Bäche und Quellen wie im Abbabachtal, die Mendens Naturschutzgebiete (NSG) ausmachen. Vier sind es insgesamt: Zwei von ihnen liegen komplett im Mendener Stadtgebiet, zwei weitere zumindest zum Teil. Menden zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass hier zwei Naturräume aufeinandertreffen: die Westfälische Tieflandsbucht und das Sauerländische Bergland grenzen hier aneinander. Und das zeigt sich auch in Flora und Fauna.

Michael Bußmann ist seit 1986 Biologe bei der Unteren Landschaftsbehörde des Märkischen Kreises und auch für die Mendener Naturschutzgebiete zuständig. Im Märkischen Kreis ist die Hönnestadt die Gemeinde mit dem höchsten Tieflandanteil. Hinzu komme, so Bußmann, dass viel Fläche landwirtschaftlich genutzt werde. Meinerzhagen mit seiner vielfältigen Mittelgebirgslandschaft hat dagegen 29 Naturschutzgebiete und ist damit im Märkischen Kreis Spitzenreiter.

Ist auch die Zahl der geschützten Gebiete im Vergleich eher klein, Menden hat Reizvolles und Außergewöhnliches zu bieten. Ein kurzer Streifzug.

Auf dem Stein

Das 31 Hektar große Naturschutzgebiet liegt nordöstlich von Schwitten in einem Ruhrbogen. Der idyllische Ententeich ist 1923 beim Bau des Wasserkraftwerks entstanden. Es besteht noch eine schmale Verbindung zur Ruhr. Der Ententeich ist Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und Tiere. Zu ihnen zählen Teichfrosch und Posthornschnecke ebenso wie eine Vielzahl von Libellenarten. Der Ententeich bietet etlichen Vögeln Brut- und Rastmöglichkeiten und hat deshalb vor allem auch eine hohe ornithologische Bedeutung.

Rothenberg

Das Mendener Konglomerat, eine erdgeschichtliche Besonderheit, bildet teilweise den Untergrund des 51 Hektar großen Naturschutzgebietes im Bereich Kapellenberg und Hexenteich. Es wurde 2004 erheblich erweitert. Seitdem stehen auch die an den Kapellenberg angrenzenden Laubwälder unter Schutz. Im NSG Rothenberg wachsen insbesondere Buchen und Eichen. Das NSG Rothenberg bietet Tieren wie Waldkauz und Haselmaus, Hirschkäfer und Spechten Lebensraum. Waldveilchen, Aronstab und Waldmeister sind einige der charakteristischen Pflanzen.

Abbabach

39 Hektar des insgesamt 100 Hektar großen Naturschutzgebietes Abbabach liegen in Menden. Der Mendener Talabschnitt erstreckt sich zwischen Wälkesberg und Binkesberg. Der Naturschutz richtet sein Augenmerk hier besonders auch auf die naturnahen Nebenbäche des Abbabaches und weitere Quellrinnsale. Ein Weiher ist Lebensraum zahlreicher Libellen, und an den Wiesenrändern hat sich die schwarz-gelbe Wespenspinne angesiedelt, eingewandert aus dem warmen Südeuropa.

Lüerwald und Bieberbach

Im Lürbketal, Teil des insgesamt 2368 Hektar großen Naturschutzgebietes, wachsen breitblättriges und geflecktes Knabenkraut und andere seltene Pflanzen. 536 Hektar des Naturschutzgebietes, das weit in den Hochsauerlandkreis hineinreicht, liegt auf Mendener Stadtgebiet. Der weitaus größte Teil ist mit Wald bedeckt, mit Ausnahme des Biebertals mit seinem naturnahen Bieberbach und dem orchideenreichen Lürbketal. Im Lüerwald brüten unter anderem der Schwarzspecht und der Schwarzstorch.