Gericht verurteilt Anwalt zu Schadensersatz

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Menden..  Das Mendener Amtsgericht hat einen Anwalt zu Schadensersatz verurteilt. Der Anwalt hatte nach Auffassung des Gerichts schlecht gearbeitet und in einem Familienstreit in der ersten Instanz verloren. Jetzt muss der Anwalt seinem Ex-Mandanten etwa 450 Euro Schadensersatz zahlen.

In dem kuriosen Fall musste sich das Gericht mit den Geschehnissen im eigenen Haus auseinandersetzen. Der jetzt erfolgreiche Kläger hatte in einem Verfahren gegen seine Ex-Frau in erster Instanz eine Niederlage einstecken müssen. Damit hatte er sich nicht zufriedengeben wollen und war aus diesem Grunde vor das Oberlandesgericht Hamm gezogen. Dort gaben ihm die Richter in der zweiten Instanz Recht.

Der Erfolg hätte sich wohl schon eher einstellen können, befand jetzt das Mendener Amtsgericht. Denn für die neue Anwältin des Klägers war es in der zweiten Instanz kein großer Aufwand, den Kläger erfolgreich gegen seine Verflossene zu vertreten. Der Kläger blieb dennoch auf zusätzlichen Rechtsanwaltskosten in Höhe von 3221,50 Euro sitzen. Die wollte der Mann jetzt zurückhaben.

Er sei im Recht, stellte jetzt das Mendener Amtsgericht in seinem Urteil, das der Redaktion vorliegt, fest. Zumal der erfolglose Anwalt seine Schuld schon zum Teil eingestanden hatte. Beide Parteien hatten sich im Februar 2014 auf einen Vergleich geeinigt. Aber selbst diese vereinbarten 1610,75 Euro wollte der wegen Schlechtleistung verdonnerte Anwalt nun nicht mehr komplett zahlen. Er zog seine eigenen Gebühren ab.

Weil der Anwalt eine Pflichtverletzung begangen habe, stehe es ihm auch nicht zu, noch eigene Gebühren zu berechnen, stellte das Gericht jetzt fest. Zumal der Gebührenanspruch ja sogar durch den Vergleich „stillschweigend konkludent“ erfasst worden sei. Heißt auf Deutsch: Erledigt!

Aus Sicht des Klägers hätte das Verfahren deutlich schneller über die Bühne gehen können: „Es ist eine Schande, dass sich ein Anwalt so etwas leistet.“ Er habe sich zumindest mehr Schuldbewusstsein von seinem ehemaligen Rechtsvertreter erhofft.