Geräumte Mieter jetzt untergebracht

Das Haus an der Unnaer Straße ein Haus macht keinen gemütlichen Einblick.
Das Haus an der Unnaer Straße ein Haus macht keinen gemütlichen Einblick.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
In dem geräumten Haus an der Unnaer Straße in Menden waren sechs Wohnung gemeldet, der WP gegenüber sprach der Besitzer von 15 Bleiben, letztendlich sollen es sogar 19 gewesen sein. Die Bewohner sind jetzt in neuen Wohungen untergekommen.

Menden..  Vor wenigen Tagen sind die letzten Mieter des vom Ordnungsamt geräumten Mehrfamilienhauses an der Unnaer Straße (die WP berichtete) aus dem Provisorium in der alten Grundschule Bösperde in neue Wohnungen gezogen. Das teilte Sebastian Arlt, Erster Beigeordneter der Stadt, jetzt den Politikern im Bauausschuss mit. Für das Haus an der Unnaer Straße besteht die Nutzungsuntersagung fort. Arlt: „Das Haus darf betreten, aber so lange nicht bewohnt werden, bis Zustände hergestellt sind, die dem Bauordnungsrecht entsprechen.“

Sollte die Behörde feststellen, dass doch wieder jemand dort übernachtet, werde das Gebäude versiegelt. Der Eigentümer habe zugesagt, sein Haus wieder sicher bewohnbar zu machen. Und weil dieser selbst mit seiner Familie darin wohne, sei anzunehmen, dass er sein Vorhaben so rasch wie möglich umzusetzen versuche.

Auch angesichts der Kritik von Mietern und der Besitzerfamilie rechtfertigte Sebastian Arlt das rigorose Durchgreifen. Der Verdacht auf unhaltbare Zustände im Haus sei Ende Mai bei einem ersten Besuch aufgekommen. „Dass Gefahr für Leib und Leben der Bewohner bestand, wurde am 2. Juni bei einem Besuch mit der Feuerwehr festgestellt.“ Tags darauf habe man sich in großer Runde zum Eingreifen entschieden – das Gebäude wurde noch am selben Abend, dem Vorabend des Fronleichnamstages, komplett leergezogen. Die Unnaer wurde während des Einsatzes voll gesperrt. Das Ganze sei ungeachtet manch flapsiger Bemerkung in der Öffentlichkeit „furchtbar traurig und ernst“ gewesen, betonte Arlt. Denn viele Bewohner hätten „aus purer Not“ in dem Haus gelebt. Darin seien sechs Wohnungen gemeldet gewesen. Bis zu 19, ganz genau sei das nicht zu sagen, habe man dann vorgefunden. Der Eigentümer hatte gegenüber der WP von 15 Bleiben gesprochen.

Die Vorbereitung zur unbürokratischen Unterbringung der betroffenen Menschen sei eine große Leistung aller Beteiligten gewesen, dankte Arlt auch Feuerwehr, Polizei und Rotem Kreuz.

Auch zur anschließenden Unterbringung der Menschen, darunter Familien mit Kindern, habe sich in kürzester Zeit ein Netzwerk der Hilfe gebildet: „Es galt ja Männer, Frauen und Familien getrennt voneinander unterzubringen. Da war vieles zu beachten. Trotz der schlimmen Ausgangslage war es aber gut für uns zu sehen, wie hier ein Rädchen ins andere griff.“ So seien alsbald neue Wohnungen für die Menschen gefunden worden. Sie seien überwiegend Bezieher von Arbeitslosengeld II, was die Wohnungssuche bei Gesellschaften dank der gewährleisteten Mietzahlung eher vereinfacht habe.