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Gefesselt in den Streifenwagen getragen

19.10.2012 | 15:00 Uhr
Gefesselt in den Streifenwagen getragen
Foto: WAZ Fotopool

Menden.   Wer Polizisten bei der Arbeit stört, kann in der Zelle landen. Diese Erfahrung machte ein 19-Jähriger aus Menden in einer Nacht im März. Weil er bei seiner Festnahme auch noch Widerstand leistete, muss er sich nun sogar vor dem Jugendrichter verantworten.

Tatort Marktstraße, fünf Uhr morgens: Zwei Gruppen Nachtschwärmer geraten aneinander. Mehrere Streifenwagenbesatzungen treffen ein. Die Beamten trennen die Streithähne und nehmen die Personalien auf. Ein betrunkener 19-Jähriger unterbricht die Polizisten immer wieder, stört sie beim Notieren der Personalien. Fünf Ermahnungen der Polizei fruchten nicht. Dann kassiert der 19-Jährige einen Platzverweis.

Als er trotzdem weiter „nervt“, nehmen die Beamten ihn in Gewahrsam: Er wird gefesselt und in die Ausnüchterungszelle der Mendener Wache gebracht. Weil er erheblichen Widerstand leistet, müssen die Polizisten ihn in den Streifenwagen tragen und auf die Rückbank legen. Wie ein beteiligter Beamter vor Gericht aussagt, habe der 19-Jährige ihn auch geschubst, gegen die Autotür und später in der Zelle zwanzig Minuten lang barfuß gegen die Zellentür getreten.

Der Angeklagte selbst konnte sich gestern an diesen massiven Widerstand nicht erinnern. „Ich war betrunken“, erklärte er seine Erinnerungslücke, „Wodka und Tequila“. Allerdings sei am Tag nach dem Vorfall sein Fuß verletzt gewesen, daran waren seiner Ansicht nach jedoch die Beamten schuld und nicht seine Tritte gegen die Zellentür.

Jugendrichter Hennemann registrierte, dass die Aussagen des Angeklagten und des Polizisten nicht zueinander passten. Zur Fortsetzung der Verhandlung am 13. November sind weitere Zeugen geladen.

Thorsten Bottin



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