Gefahr durch Gasförderung?
05.01.2011 | 18:28 Uhr 2011-01-05T18:28:00+0100
Menden.Die Möglichkeit, dass in Menden nach Erdgas gebohrt werden könnte, führt bereits im Vorfeld zu Diskussionen.
Fressen sich bald gewaltige Bohrmaschinen auf der Suche nach Erdgas 1500 Meter tief in den Mendener Boden? Im Gestein unter der Stadt sollen sich Erdgasvorkommen befinden. Die heimischen Grünen warnen schon jetzt vor Gefahren für die Trinkwasserversorgung durch die Gasgewinnung. Beim Wasserversorger Stadtwerke bleibt man gelassen.
Die Nachricht von den Gasvorkommen, die möglicherweise in der Region im Boden schlummern, überraschte Ende 2010 die Städte im Nordkreis und die Kreisverwaltung. Menden, Hemer, Iserlohn und Balve gehören zum so genannten „Erlaubnisfeld Ruhr“. Für diesen Bereich hat sich die BASF-Tochter Wintershall Erkundungsrechte gesichert.
Dies garantiert dem Unternehmen eines: dass kein anderes Unternehmen in diesem Aufsuchungsfeld irgendwelche Aktivitäten entwickeln darf. Ein zeitlich befristetes Privileg. In NRW gibt es verschiedene Aufsuchungsfelder, die von der Bezirksregierung Arnsberg verschiedenen Unternehmen für eine befristete Zeit nach Antrag zugesprochen wurden.
Wintershall hat laut Bezirksregierung noch keineErlaubnis, im Stadtgebiet Menden Probebohrungen durchführen und später exklusiv Erdgas fördern zu können.
Sollte sich das Unternehmen Wintershall entschließen, Erkundungsbohrungen durchführen zu wollen, muss das Unternehmen diese Erkundungsbohrungen zuvor bei der Abteilung Bergbau und Energie der Bezirksregierung Arnsberg beantragen und genehmigt bekommen. Im konkreten Fall gibt es aber noch keinen Antrag der Firma Wintershall, Erkundungsbohrungen durchzuführen.
Gefahr für das Trinkwasser befürchtet
Die Mendener Grünen warnen aber schon jetzt vor möglichen Probebohrungen vor „erheblichen Umweltauswirkungen“ der Erdgasförderung. Ingrid Ketzscher, Ortsvorsitzende der Grünen, sieht vor allem die Trinkwasserversorgung gefährdet. Denn das begehrte Erdgas findet sich in unserer Region nicht in einem großen unterirdischen Hohlraum. Es ist im Gestein gebunden. Um dieses „Unkonventionelle Erdgas“ aus dem Gestein zu lösen, werden auch teils wassergefährdende Chemikalien ins Bohrloch gepumpt. „Zu befürchten ist, dass Chemikalien in Grund- und Trinkwasser gelangen“, erklärt Ingrid Ketzscher und verweist auf Erfahrungen aus den USA. Weil Erdgaserkundung dem Bundesbergbaugesetz unterliegt, sind in Deutschland die Beteiligungsrechte eingeschränkt. Die Erkundungspläne müssen nicht öffentlich gemacht werden. Ketzscher fordert deshalb: „Die betroffenen Städte und Wasserversorger müssen sich zusammenschließen, um eine Beteiligung einzufordern.“
Für die Mendener Stadtverwaltung kommt dieser Appell zu früh. „Die Fragestellung ist hier im Hause noch nicht bekannt“, teilte Stadtpressesprecher Manfred Bardtke mit und verwies an die Stadtwerke als heimischem Wasserversorger.
Deren Geschäftsführer Helmut Heidenbluth sieht allerdings keine Entwicklung, „die uns Sorgen machen müsste“. Er stehe über die Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke an der Ruhr in Kontakt mit der Genehmigungsbehörde. „Man hat uns zugesichert, dass die Trinkwasserversorgung einen hohen Stellenwert habe“, berichtet er. Das gelte insbesondere für die Ruhr und ihr Einzugsgebiet. „Da hängen schließlich Millionen Menschen dran.“
14:19
Erst mal Ruhe bewahren! Die Bezirksregierung ist als Genehmigungsbehörde gefragt. Seitdem dort keine schwarze Hofschranze mehr das Sagen hat, sind die Chancen auf eine ökologisch sinnvolle Entscheidung gestiegen.
07:19
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21:49
Es gibt keine wichtiger Ressource wie sauberes Trinkwasser. Das sollte man bedenken.Dazu gibt es auch keine Alternativen.
Wenn die Ergadsförderung möglich ist, dann sollte man kritisch überprüfen wie.
18:38
Wickelt euch doch alle in Watte ein und esst nichts mehr, denn auch im Essen (egal was) sind Schadstoffe).
Heizen wollen alle, aber bitte keine Gasförderung vor meiner Tür.
Da kann ich echt nur noch den Kopf schütteln....
17:44
SPIEGEL ONLINE MEINT DAZU
Riskante Gasförderung
Feuer aus dem Wasserhahn
Von Stefan Schultz
Erdgas
Alle Artikel und Hintergründe
[ING]http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,711107,00.html[/ING]
Ausgabe 06. JANUAR 2011
17:39
Hätte ich sehr gerne verlinkt, aber leider trat dann Fehler 500 auf.
Danke ebenfalls!
16:52
SPIEGEL ONLINE SCHREIBT DAZU FOLGENDES:
Ausgabe Donnerstag den 06. Januar 2011
Riskante Gasförderung
Feuer aus dem Wasserhahn
Von Stefan Schultz
Fotostrecke: 7 Bilder
International WOW Company
Mit neuen Methoden pressen US-Energiekonzerne selbst dort Erdgas aus dem Erdreich, wo alte Techniken versagten, auch in Deutschland sind erste Pilotprojekte geplant. Die Wirtschaft hofft auf eine Milliarden-Bonanza - doch nun zeigt der Dokumentarfilm Gasland, wie riskant die Verfahren sind.
Hamburg - Eine Küche in Amerika. Ein junger Mann mit schwarzer Hornbrille nähert sich der Spüle. Dort hängt ein Zettel mit der Aufschrift: Dieses Wasser nicht trinken. Mit der rechten Hand betätigt der Mann ein Feuerzeug, mit der linken dreht er den Wasserhahn auf. Plötzlich schießt eine Flamme heraus - als hätte ein Feuerspucker gegen eine Fackel geblasen. Der Mann zuckt zurück. Hastig dreht er den Wasserhahn wieder zu.
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Der junge Mann heißt Josh Fox. Der brennende Wasserhahn ist die Schlüsselszene aus seinem aktuellen Film Gasland ( zum Trailer...), der ersten Dokumentation über den Gasförder-Boom in den USA - und über dessen ökologischen Risiken. In klassischer Roadmovie-Manier reist Fox quer durch Amerika, quer durch Gasland, und zeigt, wie Giftstoffe, die bei der Förderung verwendet werden, Menschen und Umwelt belasten. In dem gut 90-minütigen Werk wird Gas zu einer unsichtbaren, geruchlosen Bedrohung. Das Ausmaß der Gefahr symbolisieren unzählige rote Punkte auf einer Landkarte, die große Städte und Metropolregionen förmlich umzingeln.
Zu Beginn des Jahrzehnts galt Gas schon als schwindender Rohstoff. Dann begannen Konzerne wie Exxon Mobil und Halliburton flächendeckend, sogenannte unkonventionelle Fördermethoden einzusetzen, mit der sich schwer zugängliche Quellen anzapfen lassen: Reservoirs, in denen Gas nicht in durchlässigen, gut miteinander verbundenen Gesteinsschichten liegt, sondern verstreut im Gestein. Bei der Förderung wird daher standardmäßig eine Mischung aus Wasser, Sand und teils giftigen Chemikalien ins Gestein gepresst. Das Gestein wird aufgesprengt, danach wird das Gas abgesaugt (Details: siehe Infobox links).
Seit 2005 hat in Amerika ein wahrer Förder-Boom eingesetzt. In 34 US-Bundesstaaten wird gegenwärtig unkonventionelles Gas abgebaut, mehrere Zehntausende Male haben sich die Energiegiganten ins Erdenreich gebohrt. Der US-Markt ist schon jetzt mehrere Milliarden Dollar schwer - und das Gasland dehnt sich aus. Spätestens seit die USA im Jahr 2009 Russland als weltgrößten Gasproduzenten überholten, greift das Rohstofffieber auf andere Kontinente über.
In Europa starten Firmen wie Eurenergy Resource, OMV, Shell oder 3Legs Resources zahlreiche Pilotprojekte. Der polnische Politiker Maciej Wozniak hofft, dass Energie-Hegemon Russland durch eine europäische Gasschwemme an Einfluss verlieren würde. In Deutschland hat Exxon erste Probebohrungen durchgeführt, andere Firmen haben sich Konzessionen für die Erforschung bestimmter Regionen gesichert.
Menschen erkranken, Brunnen explodieren
Doch wie gefährlich ist der Boom? Dokumentarfilmer Fox hält unkonventionelle Gasförderung für eine ökologische Katastrophe, die Atemluft und Grundwasser bedroht - und bei der Menschen immer wieder giftigen Chemikalien ausgesetzt werden. Wir erleben einen Umweltskandal, den die US-Regierung erst jetzt ernsthaft zu untersuchen beginnt - Jahre, nachdem der Förder-Boom begonnen hat, sagt er SPIEGEL ONLINE. Die Umweltprobleme in den USA sollten Europas Regierungen eine Warnung sein.
FOTOSTRECKE
8 BilderGas aus der Tiefe: Unkonventionelle Vorkommen
Fox Film zeigt Bilder, die sich ins Gedächtnis einbrennen: Eine Straße, an der sich kilometerweit Bohrtürme aufreihen. Sprinkleranlagen, die chemikaliengetränktes Abwasser in die Luft sprühen. Wasserbrunnen, die explodieren, nachdem Konzerne in ihrer Nähe nach Gas bohrten. Pferde und Katzen, denen die Haare ausfallen. Menschen mit Atemwegserkrankungen. Und brennende Wasserhähne.
Streckenweise driftet der Film ins Absurde ab. In einer Szene läuft Fox mit durchgedrücktem Rücken zwischen Bohrtürmen und Kompressoren umher. Eine graue Gasmaske verschluckt seinen Kopf. In der Ferne verschwimmen Berge im Dunst. Graue Wolken dichten den Himmel ab, sie scheinen nur wenige Meter über der Erde zu hängen. Um Fox Schultern baumelt ein Banjo, er beginnt darauf ein altes Lied zu spielen: Woody Guthries This Land Is Your Land.
Gasrückstände im Grundwasser, krebserregende Chemikalien
Die US-Gasindustrie nimmt solche Szenen zum Anlass, den Film als unseriös zu brandmarken. Fox weist die Vorwürfe zurück. Erbittert kämpfen Energielobbyisten und Ökoaktivisten um die Deutungshoheit über den Film. Doch schon jetzt ist klar: Unkonventionelle Gasförderung ist - bei all den Vorteilen, die die Technologie bietet - weit weniger harmlos, als die Energiekonzerne es darstellen. Es gibt zahlreiche Untersuchungen, die, unabhängig von Gasland, belegen, wie riskant die Technik für Umwelt und Menschen sein kann.
In Dimock, Pennsylvania, haben Bürger Gasrückstände in ihrem Grundwasser nachgewiesen. Inspektoren haben festgestellt, dass Bohrlöcher, die in der betroffenen Region durch Gesteinsschichten mit Grundwasser hindurchgehen, schlecht zementiert waren.
Laut einem Bericht des Ohio Department of Natural Resources verursachte in Trinkwasser gelöstes Gas eine Explosion in einem Wohngebäude. Das Gas war ins Grundwasser gelangt, nachdem bei seiner Förderung unterirdisches Gestein aufgebrochen worden war.
Jede einzelne Gasförderstätte verschmutzt nach Angaben der US-Umweltbehörde EPA Millionen Liter Wasser. Dieses wurde in der Vergangenheit nicht immer fachgerecht gereinigt, da die Kläranlagen solche Mengen nicht bewältigen können.
Die Organisation The Endocrine Disruption Exchange, deren Gründerin Theo Colborn im Film als Kronzeuge dient, trägt seit 2003 Informationen über die Chemikalien zusammen, die Energiekonzerne bei der unkonventionellen Gasförderung einsetzen. Dutzende der eingesetzten Stoffe werden als gesundheitsschädigend oder krebserregend eingestuft.
Zwischen 15 und 80 Prozent des eingesetzten Chemikalien-Wasser-Sand-Gemischs bleiben nach der Förderung einfach unter der Erde. Die Folgen sind kaum untersucht. Die Energiekonzerne verweigern obendrein Informationen über die genaue Zusammensetzung vieler Chemikalien, die sie verwenden, sagt Colborn SPIEGEL ONLINE.
Die bei der Gasförderung eingesetzten Kompressoren verschmutzen die Luft. Proben in der US-Gemeinde Dish haben ergeben, dass bestimmte Grenzwerte in der Nähe von Anlagen um mehr als den Faktor 100 überschritten wurden.
Schlupflöcher im Umweltgesetz
Kurz: Eine lange Gefahrenliste steht den potentiellen Milliardengewinnen gegenüber - und obwohl die Technologie seit Jahren flächendeckend im Einsatz ist, fehlen genaue und unabhängige Untersuchungen, inwieweit die aufgetretenen Umweltschäden Einzelfälle sind oder ein flächendeckendes Problem.
Fox und viele andere Kritiker sagen, Amerikas Gasrausch wäre überhaupt nicht möglich gewesen, wenn die US-Regierung die Umwelt- und Gesundheitsrisiken gewissenhaft untersucht hätte. Der Gas-Boom sei nicht Folge eines technologischen Durchbruchs. Die Innovation liegt vor allem in der breiten Anwendung des Prozesses, heißt es in einer Kurzstudie von ASPO Deutschland und der Energy Watch Group. Und die sei erst möglich, seit die US-Regierung strenge Umweltauflagen beseitigt hat.
So nahm die Regierung unter George W. Bush im Juli 2005 die Öl- und Gasförderung in größerer Tiefe vom Save Drinking Water Act aus, vom zentralen US-Wasserschutzgesetz. Seither müssen Öl- und Gasfirmen die US-Umweltbehörde EPA zum Beispiel nur noch in Ausnahmefällen darüber informieren, welche Chemikalien sie bei der Gasförderung in den Untergrund pressen.
ANZEIGEErst nachdem das Gesetz geändert wurde, begann der Gas-Boom. Und mit ihm der Siegeszug einer Technologie, die schon seit 60 Jahren existiert. Für die Ausnahmen im Save Drinking Water Act hat sich besonders Dick Cheney eingesetzt, der damalige Vizepräsident und frühere Halliburton-Chef. Ökoaktivisten nennen den Passus im Save Drinking Water Act daher das Halliburton-Schlupfloch.
Gerechtfertigt wurde dieses durch eine EPA-Studie aus dem Jahr 2004. Der mittlerweile pensionierte EPA-Mitarbeiter Weston Wilson, der neben Colborn in Gasland als zweiter Kronzeuge fungiert, hat seinerzeit in einem Brief scharf kritisiert, dass wichtige Umweltrisiken in der Studie nur rudimentär untersucht werden. Heute sieht er das Dokument nicht weniger kritisch: Die EPA habe auf Druck des US-Energieministeriums ihre Pflichten schmählich vernachlässigt, sagt er SPIEGEL ONLINE.
Erst jetzt, nachdem in Amerika bereits Zigtausende Bohrungen stattgefunden haben, holt die Regierung ihre Versäumnisse nach: Seit Februar löchert der US-Kongress die großen Gasförderer mit Fragen zu giftigen Chemikalien, Luft- und Grundwasserverschmutzung. Auch die Umweltbehörde EPA befasst sich erneut mit dem Thema. Nachdem sie die Risiken unkonventioneller Gasförderung 2004 nur lasch prüfte, schaut sie nun, Jahre später, in einer neuen Studie genauer hin. Geplante Veröffentlichung der Ergebnisse: 2012.
16:32
Sterben müssen wir sowieso, ist doch egal, wenn dass durch Fremdeinwirkung beschleunigt wird und ob es dann viel zu früh oder zu beschwerlich wird, der letzte Weg.
Kann bestenfalls auch gekrochen werden.
Da haben wenigstens die Ärzte, Doktoren und Unikliniken noch etwas für ihre Forschung.
Aber das kann dann doch auch wieder schön geredet werden und für unbedenklich erklärt werden oder besser noch verschleiert werden.
Getöse wird nur dann laut, wenn dann.....aber liebe Leutkes, wenn dann der Körper erstmal kontaminiert ist, ist es zu spät.
ZUM WOHLE DER MENSCHHEIT!
15:45
Nur leider ist es egal ob Menden das nun macht oder Hemer oder ander Städte im Umkreis...
Grundwasser ist überall, da kommt noch was auf uns zu...
15:34
Wer nicht gegen das Fracking ist, hat keine Ahnung, was für Folgen das hat!
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/umwelt/1266682/
oder
http://de.wikipedia.org/wiki/Fracking