Fußballer muss für missglückten Torschuss 1500 Euro zahlen

Ein Fußballer (17) aus Menden schießt beim Training über den Ballfangzaun und trifft ein Auto. Die Besitzerin verklagte den Kicker - und bekam Recht.

Menden.. Eigentlich war es am Abend des 23. September 2013 ein ganz normales Fußballtraining der A-Jugend von DJK Grün-Weiß Menden 1931. Es ist 20 Uhr, als der Coach den Ball zu Volkan Arslan wirft. Der damals 17-Jährige soll ihn beim Schusstraining aus 20 Metern volley ins Tor befördern. Er trifft die Kugel. Doch der Ball geht weit über den Kasten und den Ballfangzaun dahinter und trifft das geparkte Auto eines Mitspielers.

Nach dem Schuss in die Wolken ziert eine dicke Beule den Wagen – ein Zustand, den die Besitzerin und Mutter des Mitspielers, alles andere als sportlich auffasst. Sie verklagt den Kicker, den Verein und den Trainer auf Schadenersatz. Das Amtsgericht Menden verurteilt den 17-Jährigen zur Zahlung der Hälfte des Schadens (1500 Euro). Für den Rest soll die Wageneigentümerin aufkommen. Begründung: Sie trägt 50 Prozent Mitschuld – weil ihr Fahrzeug hinter dem Tor stand. Der Kunstschütze legt Berufung ein, die im Sommer am Landgericht Arnsberg verhandelt wird.

"Abirren des Spielgeräts"

Volkan Arslan, der heute 19-jährige Fröndenberger, ist eher schmächtig. „Ich kann schon feste schießen“, sagt er und ­schüttelt den Kopf. „Es passiert ständig, dass der Ball über den Zaun fliegt.“ Acht Meter ist dieser hoch.

Dennoch sah das Mendener ­Amts­gericht einen Fehler des jungen Mannes. „Das Gericht hat ­ar­gu­men­tiert, dass beim Tritt gegen den Ball und dem anschließenden ,Abirren’ des Spielgeräts fahrlässig gehandelt wurde“, sagt Björn ­Rüschenbaum, Arslans Anwalt. Sein Mandant hätte laut Urteil die Gefahr für den Pkw erkennen müssen.

Nach Ansicht von Rüschenbaum hat die Verurteilung seines Mandanten aber eine fatale Signalwirkung: „Gerade ein Jugendlicher muss geschützt werden. Haftet er in einem solchen Fall, spielt bald keiner mehr Fußball.“

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