Für Krachmacher zu wenige Ordner

Bösperde..  Der seit vielen Jahren beliebte „Krachmacher-Umzug“ des Kinder- und Jugendtreffs Bösperde am Rosenmontag soll nur in diesem Jahr ausfallen. Das erklärte auf Nachfrage der WP Hannelore Pifczyk, Leiterin des Bürgermeisterbüros. Wie berichtet, soll es in diesem Jahr eine Disco als Ersatzveranstaltung im Treff geben. Die Stadtverwaltung hatte zur Begründung des Ausfalls erklärt, sie könne den personellen Aufwand, den die Sicherheitsvorschriften inzwischen auch für kleine Umzüge verursachten, nicht mehr stemmen.

Wie Hannelore Pifczyk betonte, gilt dies allerdings nur für dieses Jahr. Wie andere Treffs setze auch die Bösperder Einrichtung junge Honorarkräfte ein. Die seien der Stadt diesmal in größerer Zahl weggebrochen, um in feste Arbeits- oder Ausbildungsverhältnisse zu wechseln. Zugleich stehe Ersatz in ähnlich hoher Zahl derzeit nicht zur Verfügung. Der wäre aber nötig gewesen, um die Absicherung des Zuges mit der vorgeschriebenen Zahl der Ordner zu gewährleisten. Zudem müssten Neulinge vorab geschult werden, damit sie wissen, wie in brenzligen Situationen zu reagieren ist – und wie sie als Sicherungsteam eines betont wilden Kinderzuges gut harmonieren.

Katastrophen machen vorsichtig

Neue Vorschriften über die 2011 bereits verschärften Bestimmungen hinaus gebe es aktuell nicht, betonte Pifczyk. Allerdings sei auch die Stadtverwaltung vorsichtiger damit geworden, hier oder da das berühmte Auge zuzudrücken: „Wir hatten in Menden das schlimme Unglück beim Schützenzug. Auch die Verschärfung der allgemeinen Vorschriften ging auf eine Katastrophe zurück“, erinnert Pifczyk an die Loveparade 2010.

An der Vorsichtsmaßnahme ändere auch die Tatsache nichts, dass am Krachmacher-Umzug viele Eltern teilnehmen. „Eltern können wir bestenfalls bitten, ihr eigenes Kind im Auge zu behalten. Aus der Verantwortung nimmt uns das als Veranstalter aber keineswegs.“

Gleichwohl gelte, dass andere Veranstalter von Umzügen über die geltenden, strengen Vorschriften hinaus keine zusätzlichen Anforderungen erfüllen müssten, bestätigte Hannelore Pifczyk. So müssten etwa die Radwachen an den Wagen des Mendener Karnevalsumzuges am Tulpensonntag, 15. Februar, vorab nicht noch einmal extra geschult werden.