Für die Prozession läuten auch evangelische Glocken

Bösperde..  In dieser ZTja, dann eit gibt es jede Menge an Jubiläen, Gedenktage usw. In der katholischen Magdalenengemeinde in Bösperde gibt es sogar die etwas launige Redewendung, alles was sich zwei oder drei Mal hintereinander ereignet habe, sei schon Tradition. Nicht so bei der wirklichen Tradition. Die Bösperder haben es sogar schriftlich: In allerfeinster Sütterlin-Handschrift gibt der damalige Generalvikar und spätere Bischof von Paderborn, Caspar Klein, die offizielle Genehmigung. Am 29. Mai 1915 gestatten „wir die Abhaltung einer Prozession am hl. Fronleichnamsfeste in der dortigen Filialgemeinde, indem wir Ihnen das Weitere überlassen“. Empfänger dieser gnädigen Erlaubnis ist der „Herr Pfarrvikar Wiggen, Wohlehrwürden in Holzen“, Empfänger der Abschrift der „Herr Dechant Boeddicker, Hochwürden in Menden“. (Man beachte die feine Abstufung der „…würden“ in den Anreden).

Historische Wege

Seit 100 Jahren also geht die Fronleichnamsprozession jetzt durch das Dorf – wie es heute heißt – ­Bösperde. In diesem Jahre nimmt sie ihren Lauf nach der hl. Messe um 9.30 Uhr wieder auf dem historischen Weg vorbei am Heiligenhäuschen am Hof Gödde und an der evangelischen Kirche.

Und dort ereignet sich seit Jahrzehnten eine äußerliche Kleinigkeit, die aber von tiefem ökumenischen Geist der großen christlichen Gemeinden gezeichnet ist: Wenn die (katholische) Prozession mit dem Allerheiligsten unter dem Baldachin an der (evangelischen) Erlöserkirche vorbeizieht, erschallen zur freundschaftlich-nachbarschaftlichen Begrüßung die mächtigen Kirchenglocken.

Wenn die Prozession ihren Weg vorbei an liebevoll geschmückten Straßenaltären nimmt, beten und singen die zahlreichen Gläubigen, die Kindergartenkinder und die (nicht nur) diesjährigen Kommunionkinder und gehen bis zurück zur Pfarrkirche. Anschließend wird das Pfarrfest der Gemeinde St. Maria Magdalena gefeiert.