Freispruch für Eltern von misshandeltem Baby ist endgültig

Die Staatsanwaltschaft hatte mehrjährige Haftstrafen für die Eltern des Babys gefordert.
Die Staatsanwaltschaft hatte mehrjährige Haftstrafen für die Eltern des Babys gefordert.
Foto: Kurt Michelis
Was wir bereits wissen
Ein Säugling ist schwer misshandelt worden. Die Eltern waren angeklagt, wurden freigesprochen. Es fehlte ein eindeutiger Beweis.

Menden/Arnsberg.. Die Eltern des misshandelten Mendener Säuglings sind jetzt endgültig vom Vorwurf der Misshandlung freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft zieht ihren Revisionsantrag gegen den Freispruch des Landgerichts Arnsberg vom März zurück. Die Staatsanwälte fanden in dem Urteil der zweiten großen Strafkammer des Landgerichts keinen formalen Fehler.

„Einen Revisionsantrag kann man nur auf Rechtsfehler stützen“, sagt Oberstaatsanwalt Werner Wolff. Diese seien trotz intensiver Suche nicht zu finden gewesen. Inhaltlich lasse sich das Urteil in dieser Instanz kaum angreifen. Aus Sicht des Gerichts ließ sich trotz eines Verhandlungsmarathons eine Schuld der Eltern nicht beweisen.

Mehrjährige Haftstrafen gefordert

Die Staatsanwaltschaft hatte mehrjährige Haftstrafen für die Eltern des Babys gefordert. Die Eltern waren angeklagt, die Misshandlung des Kindes durch unterlassene Hilfeleistung zugelassen zu haben. Bei dem zum Tatzeitpunkt etwa drei Monate alten Säugling sind deutliche Misshandlungs-Spuren dokumentiert. Die Arm- und Beinbrüche, Verbrennungen, Analfissur und Bisswunden bei dem kleinen Mädchen waren zuvor lange Zeit unentdeckt geblieben.

Verwandten und Freunden waren zwar herabhängende Ärmchen, Bisse, blaue Flecken und das dick mit Paste verschmierte Gesicht aufgefallen. Sie hatten sich jedoch stets mit abstrusen Erklärungen der Mutter zufrieden gegeben. Auch Ärzten war die Misshandlung nicht aufgefallen.

Trotz des deutlich eingeschränkten Verdächtigenkreises habe sich die Tat weder Mutter noch Vater eindeutig beweisen lassen, betonte das Gericht.