Frau vier Jahre unter Bewährung

Menden..  Die Beziehung zum einst geliebten Mann auf der Kippe. Beruflich gab es nichts als Misserfolge. Schließlich folgt sogar eine eidesstattliche Versicherung. Und doch kaufte die Frau immer wieder im Internet ein, ohne auch nur einen Cent bezahlen zu können. Amtsgerichtsdirektor Festersen hatte mit einem Urteil am 27. September 2009 schon einmal „Kaufsucht“ ausgemacht. Noch in der Bewährungszeit kam es durch die Frau zu weiteren Online-Einkäufen mit mindestens acht Betrugsfällen. Die Angeklagte berichtete – immer wieder weinend – von vielen schicksalhaften Stunden.

Viel „Nippes“ dabei

Kann ein nicht direkt Betroffener nachvollziehen, warum jemand immer wieder einkauft und einkauft, obwohl kein Geld da ist? Exakt in derartigen Situationen habe sie sich oft befunden, schilderte die Angeklagte. Die Beziehung war gescheitert, im Beruf war sie zudem nicht mehr gefragt. Da sei es dann häufig zu den Einkäufen gekommen. „Der größte Teil war Nippes“, befand nicht nur Strafrichter Jung.

Nach umfangreicher Fortbildung, einer neuen und glücklichen Beziehung und mittlerweile einer festen Stelle – allerdings mit einem Verdienst unterhalb der Pfändungsgrenze – habe sich alles geändert.

Angesichts aussichtsreicher Sozialprognose und vor allem auch, damit der wirtschaftliche Schaden wohl wieder gut gemacht werden kann, beließ es das Gericht bei einem „letzten Warnschuss“. Eine einjährige Haftstrafe wird für vier Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Bleiben Zahlungen an Geschädigte aus, kann die Bewährung unmittelbar widerrufen werden.