Flüchtlinge lernen Deutsch im Sprachkurs der VHS Menden

18 Flüchtlinge lernen Deutsch in 100 Stunden im Sprachkurs an der VHS Menden.
18 Flüchtlinge lernen Deutsch in 100 Stunden im Sprachkurs an der VHS Menden.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
18 Asylbewerber lernen Deutsch in einem Sprachkurs an der Volkshochschule Menden. Das ist für die Flüchtlinge ein erster Schritt auf dem Weg zur Integration.

Menden.. Sie sind seit zwei Monaten, manche auch bereits seit acht Monate in Deutschland. Ihr größter Wunsch: „Wir möchten hier eine eigene Wohnung haben, arbeiten gehen und für unser Leben selbst bezahlen können. Wir möchten uns integrieren und Teil des Lebens hier werden.“ Die ersten Schritte auf diesem Weg gehen sie jetzt: 18 Asylbewerber lernen derzeit in einem Sprachkurs an der Volkshochschule Deutsch.

Fortbildung wird von Landesministerium finanziert

Die Fortbildung wird vom Landesministerium für Arbeit, Integration und Soziales finanziert – im Rahmen eines Sonderprogramms, das auf die gestiegene Zahl der Flüchtlinge reagieren will. Denn Flüchtlinge, die in einem laufenden Asylverfahren sind, bekommen eigentlich keine Deutsch-Sprachkurse angeboten.

Flüchtlinge Seit Anfang Mai lernen die jungen Männer und Frauen zwischen 16 und 35 Jahren die Sprache ihrer neuen Heimat. Sie leben im Übergangsheim an der Bischof-Henninghaus-Straße oder in Wohnungen. Jeden Vormittag kommen sie zur Volkshochschule, sitzen im Klassenzimmer mit Kursleiterin Konstantina Maragianni und lernen erste Wörter und Sätze auf Deutsch.

Innerhalb von zwei Tagen sei der Sprachkurs ausgebucht gewesen, berichtet die Volkshochschule. Schon jetzt gebe es eine Warteliste von sieben Flüchtlingen, die ebenfalls Deutsch lernen möchten. „Der Bedarf ist riesig, allein vom 1. bis 20. Mai sind Menden 34 neue Flüchtlinge zugewiesen worden“, sagt Rüdiger Midasch, Integrationsbeauftragter der Stadt.

Kursteilnehmer aus Albanien, Syrien und Iran

Die Verständigung im Deutsch-Kurs ist nicht immer leicht: Denn die Kursteilnehmer kommen aus Albanien, Syrien und dem Iran. Konstantina Maragianni spricht neben Griechisch, Deutsch und Englisch auch Italienisch und Französisch. Ihre Kenntnisse in Latein und Alt-Griechisch helfen bei der Vermittlung von Grammatikproblemen.

Die Flüchtlinge haben in ihren Heimatländern ganz unterschiedliche Ausbildungen genossen: Eine von ihnen ist Englischlehrerin, andere haben als Zahntechniker, Fliesenleger und Elektriker gearbeitet. „Das zeigt das immense Potenzial, das in diesen Menschen steckt“, so Rüdiger Midasch. Sie seien jung, leistungsfähig und motiviert, fügt VHS-Leiter Achim Puhl hinzu.

Der Sprachkurs umfasst 100 Stunden: „Bis zum Sprach-Niveau B1, das in Integrationskursen erreicht wird, brauchen Teilnehmer 600 Stunden Unterricht“, erklärt Achim Puhl. Der erste Sprachkurs kann also nur erste Anfänge vermitteln.

Diese seien für die Flüchtlinge aber immens wichtig, sagt Rüdiger Midasch: „Ihre erste Frage an mich, sobald sie in Menden angekommen sind, lautet oft: Wo kann ich Deutsch lernen?“