Flüchtling im Kirchenasyl wird von Helferkreis unterstützt

Im Bodelschwinghhaus findet der Flüchtling aus Syrien Schutz vor der Rückführung nach Ungarn. Die Dauer des Kirchenasyls ist noch ungewiss.
Im Bodelschwinghhaus findet der Flüchtling aus Syrien Schutz vor der Rückführung nach Ungarn. Die Dauer des Kirchenasyls ist noch ungewiss.
Foto: Tobias Schad
Was wir bereits wissen
Ahmed A. ist im Kirchenasyl im Bodelschwinghhaus nicht allein – nicht nur, weil die Hausmeisterwohnung belegt ist: Engagierte Mitglieder der Ev. Kirchengemeinde haben am Wochenende einen Unterstützerkreis für den syrischen Flüchtling gebildet.

Menden.. Für den Mann, der das Gelände der Gemeinde nicht verlassen kann, kaufen Mendener jetzt ein, erledigen Behördengänge, besuchen und beschäftigen ihn. „Wir haben keine Ahnung, wie lange das Kirchenasyl andauert“, begründet Pfarrerin Dorothea Goudefroy die Bildung dieses Kreises, für den sie sehr dankbar sei.

Wie berichtet, klopfte Ahmed A. an die Tür der Gemeinde, nachdem er im Flüchtlingsheim Bischof-Henninghaus-Straße den Bescheid über seine anstehende Rückführung nach Ungarn erhalten hatte. Dort war er als Flüchtling erstmals registriert worden. Ungarn gilt offiziell als „sicheres Drittland“, doch gaben schon mehrere Verwaltungsgerichte wegen eines dort unzumutbaren Umgangs mit Flüchtlingen den Ersuchen auf Verbleib in Deutschland statt – anders als im Mendener Fall das Verwaltungsgericht Arnsberg.

Landesweit gibt es daher derzeit viele Fälle von Kirchenasyl. Im Februar, so Goudefroy, einigten sich das Bundesamt für Migration und die Landeskirche auf den Umgang mit Flüchtlingen im Schutz der Kirche.

So sei es gelungen, einen rechtlichen Rahmen zu schaffen, den die Mendener Gemeinde auch haarklein befolgt habe – etwa durch die sofortige Meldung, damit Ahmed A. gar nicht erst als untergetaucht galt. Nacht-und-Nebel-Aktionen von Behörden, hofft Goudefroy, seien damit wohl ausgeschlossen. „Wir hatten vom Zeitpunkt her großes Glück, die Einigung ist ja noch relativ frisch.“ Brauchen könne die Gemeinde weiterhin Geldspenden, da Ahmed A. keinerlei staatliche Leistungen mehr erhalte.