Firmen fürchten Fachkräftemangel
16.12.2011 | 19:07 Uhr 2011-12-16T19:07:00+0100
Menden.Heimische Unternehmen sehen in Menden einen Mangel an Auszubildenden, Facharbeitern und Führungskräften. Das ist ein Ergebnis aus einer Unternehmensbefragung, die die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WSG) durchgeführt hat.
Etwa 3000 Unternehmen und Selbstständige hat Menden, 768 davon hat die WSG den Fragebogen zugeschickt und 174 haben ihn ausgefüllt zurückgesendet. Der Branchenmix und die im Vergleich zu anderen Studien sogar überdurchschnittliche Rücklaufquote machen Bianca Wirths von der WSG sicher: „Die Ergebnisse können als repräsentativ angesehen werden.“
Und diese bergen durchaus interessante Erkenntnisse. So empfinden die Unternehmer die Energiekosten, viel mehr aber noch die Grund- und Gewerbesteuersätze in Menden als zu hoch. Gleiches gilt für die Entsorgungskosten (siehe Grafik). Die Sorge um eine ausreichende Zahl an qualifizierten Arbeitskräften lässt die Alarmglocken läuten. Interessant aber auch, dass die Autobahnanbindung von fast der Hälfte der Befragten als sehr gut oder gut bewertet wird.
Dass das Angebot an Gewerbeflächen ebenfalls als gut bewertet wird, sieht WSG-Geschäftsführer Stefan Sommer als Momentaufnahme, da noch einige Flächen in Hämmer frei seien: „Es ändert aber nichts daran, dass die Erweiterung Hämmer-Süd nötig ist.“
Neben solchen so genannten harten Standortfaktoren hat die WSG aber auch die weichen (Kultur, Schulangebot etc.) abgefragt – ein entscheidender Punkt beim Werben um qualifizierte Mitarbeiter von außerhalb. Hier bekommt Menden durchweg gute bis sehr gute Noten, nur bei den Einkaufsmöglichkeiten halten sich positive und negative Bewertungen die Waage. Interessant auch die Frage nach den Mendener Eigenschaften. Die große Mehrheit hält die Stadt für sauber, sicher und familienfreundlich – aber nicht für attraktiv und unternehmerfreundlich.
Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft hat sich von den Befragten aber auch selbst benoten lassen. Bei den Zufriedenheitswerten erreicht die WSG Top-Noten. Mit der Kompetenz der Mitarbeiter sind die Befragten zum Beispiel zu 94 Prozent sehr zufrieden oder zufrieden. Aber die WSG hat offensichtlich noch ein Wahrnehmungsproblem. Nur ein knappes Drittel der Befragten nimmt sie als „Anlaufstelle für Unternehmen in Behördenangelegenheiten“ wahr. Und die Internetangebote wie Grundstücks- und Immobilienbörse sowie die Ausbildungsplatzbörse sind weitgehend unbekannt.
Aus der Umfrage sollen nun Schlüsse gezogen werden. „Wir wollen sie alle fünf Jahre wiederholen“, so WSG-Aufsichtsratschefin Annette Rossin-Kehne.
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