Farbe bekennen für Jesus und seine Botschaft

Seit Tagen kann man es schon spüren und sehen. Die Pfingstkirmes beginnt. Die Kinder sind aufgeregt, wenn sie an den Aufbauten vorbeigehen und freuen sich schon auf die tollen Tage auf der Kirmes.

Ob sich viele überhaupt noch an den Grund erinnern können, warum wir das Kirmesfest begehen?

Der Name sagt es schon PFINGST – Kirmes. Pfingsten bedeutet: die Entsendung, die Aussendung des Heiligen Geistes. Das Pfingstfest wird am 50. Tag des Osterfestkreises, also 49 Tage nach dem Ostersonntag, begangen.

Der Geist Gottes, der über die Apostel ausgegossen wurde, so berichtet uns die Apostelgeschichte, löste die Jünger aus ihrer Erstarrung. Der Geist Gottes bewirkte, dass aus ängstlichen Männern, mutige Männer wurden, die sich nun trauten ihren Glauben zu leben und der Welt zu verkünden.

Auch uns ist dieser Geist Gottes zugesagt. Er bewirkt, dass wir Farbe bekennen, dass wir uns für Jesus und seine Botschaft begeistern können.

Vor ein paar Jahren las ich eine Kurzgeschichte von Uwe Nachtwey, die Pfingsten auf den Punkt bringt. Nachtwey erzählt, dass es eine Zeit gegeben hat, in der die Mäuse auf der Welt bunt waren. Durch die Farbe ihres Felles, verständigten sie sich. Jede Farbe stand für eine besondere Fähigkeit. Gelb stand für Humor und Fröhlichkeit, rot für Stärke, grün für Zuhören, lila für Geduld. An der Farbe des Felles konnten die Mäuse die Fähigkeiten der anderen erkennen, Fähigkeiten, die diese in die Gemeinschaft mit einbrachten. So war die Welt geprägt durch eine offene, fröhliche Atmosphäre.

Dann gab es aber noch einige Mäuse, die sich weigerten, ihre Fähigkeiten, nach außen zu zeigen, und die nicht wollten, dass ihre Talente den anderen nützen konnten. Das waren die Grauen. Sie schafften eine Atmosphäre der Unsicherheit, des Misstrauens und der Kälte. Sie redeten den bunten Mäusen ein, sich doch nicht zu outen, damit sie nicht durchschaubar würden. Das würde andere nur neidisch machen. Leider konnten die Grauen sich gewandt ausdrücken und schafften es nach und nach, die Bunten davon zu überzeugen, dass es besser wäre Talente und Fähigkeiten nur für sich selbst zu nutzen. So wurde die Welt kalt und grau. Niemand ließ sich mehr begeistern. Fazit der Geschichte: So ist es geblieben: fast alle Mäuse sind ängstlich und grau.

Auch die Jünger Jesu waren nach der Himmelfahrt wie graue Mäuse, die sich versteckten und die frohe Botschaft für sich behielten. Bis Jesus ihnen den Beistand Gottes, den Heiligen Geist sandte.

Nutzen wir also das Pfingstfest. Öffnen wir uns dem Wirken Gottes, damit wir keine grauen Mäuse mehr sind, sondern Menschen, die erfüllt vom Geist Gottes handeln, und die Welt verändern.

Ihnen allen ein gesegnetes Pfingstfest.

Ihre Anne Berens Krankenhausseelsorgerin.