Familienvater soll im Straßenverkehr ausgerastet sein

Der Amtsrichter will noch weitere Zeugen in dem Verfahren gegen den Straßenrüpel anhören.
Der Amtsrichter will noch weitere Zeugen in dem Verfahren gegen den Straßenrüpel anhören.
Foto: Thorsten Bottin
Was wir bereits wissen
  • Familienvater muss sich wegen Ausraster im Straßenverkehr vor dem Amtsgericht verantworten
  • Der Angeklagte soll andere Verkehrsteilnehmer gespuckt und beschimpft haben
  • Richter will erst weitere Zeugen hören

Menden..  Erst weitere Zeugen können vielleicht Klarheit über den Ablauf bringen. Deswegen wurde das Verfahren gegen einen Familienvater neu angesetzt. Der Arnsberger soll sich in Menden wiederholt aggressiv verhalten haben, einmal im und einmal vor dem Auto.

Zwei angeklagte Vorwürfe sind vor dem heimischen Amtsgericht zu einem Verfahren zusammengefasst worden. Zunächst kam es im Dezember vergangenen Jahres auf dem Neumarkt zwischen dem Familienvater aus dem Kosovo und einer 50-jährigen Mendenerin zum Streit um einen Parkplatz. Die Zeugin wollte schon länger deutlich sichtbar auf das Freiwerden eines solchen in ihrem Auto gewartet haben. Als eine Lücke frei wurde, soll der Angeklagte wiederum mit seinem Pkw ihr diesen Platz vor der Nase weggeschnappt und nach einem Hinweis der Menderin auf dieses Fehlverhalten sofort ausgeflippt und handgreiflich geworden sein. Er habe sie beleidigt, weggeschubst und sei dann in die Stadt gegangen.

Gegenseitige Beschuldigungen

Der beschuldigte Familienvater stellte die Szene in der Hauptverhandlung genau gegenteilig dar. Das wartende Auto der 50-Jährigen, die auch als Nebenklägerin auftrat, habe er nicht gesehen, sei sofort von ihr angegangen worden und habe sich nur ein wenig Platz verschafft, um aus der unangenehmen Situation rauszukommen. „Sie hat mich bedrängt. Ich wusste nicht, wie ich mich gegenüber einer fremden Frau verhalten soll, wollte nur weg und habe sie deshalb angespuckt“, sagte der junge Familienvater aus dem Kosovo aus.

Zeugin und Angeklagter beschuldigten sich auch in der Beweisaufnahme gegenseitig, mit den Beleidigungen und Handgreiflichkeiten begonnen zu haben. Um den genauen Ablauf an dem Vormittag im Dezember 2015 zu klären, will das Gericht für einen Fortsetzungstermin weitere Zeugen laden, die das Geschehen beobachtet haben könnten. Auch dann wird erst der zweite Anklagevorwurf zu einer möglichen Verurteilung kommen.

Massiv bedrängt

In diesem geht es um aggressives Verhalten des Angeklagten im Auto, der im März einen Mendener Autofahrer durch dichtes Auffahren mit hoher Geschwindigkeit auf dem Schwitter Weg massiv bedrängt haben soll. „Ich hatte Todesangst, vor allem um meinen kleinen Sohn, der hinten auf dem Rücksitz saß“, beschrieb der Zeuge die Situation.

Direkt nach Erreichen der Hügelkuppe hinter der Gaststätte „Ivo“ in Fahrtrichtung B7 sei er angehalten, habe dem Beschuldigten im Kleintransporter den Weg versperrt und mit Verweis auf das Kind im Auto zur Ordnung rufen wollen. Daraufhin sei er von dem Kosovaren übelst beschimpft worden. Direkt darauf habe der Angeklagte wieder gedrängelt und den 37-jährigen Zeugen bei einem riskanten Überholmanöver dicht an den Bordstein gedrängt. „Das Verhalten grenzte an Wahnsinn“, so der Mendener.

Der in Arnsberg lebende Angeklagte will an dem Tag aber zuhause gewesen sein und später herausgefunden haben, dass sein Bruder den Wagen gefahren habe. Dieser lebt mittlerweile angeblich im Kosovo. Konfrontiert mit dem Angeklagten sowie einem Foto von dessen Bruder, will der Zeuge aber ganz sicher den Beschuldigten als Fahrer erkannt haben. Die Ehefrau des angeklagten Kosovaren, die ihm zunächst ein Alibi für die Tatzeit geben wollte, konnte den zeitlichen Ablauf und folgende Gespräche mit dem Bruder dann aber nicht mehr schlüssig einordnen.