Explosive Übung und Ebola-Anzüge

Letmathe..  Wenn man nicht gewusst hätte, dass alles nur eine Übung war, hätte einem angst und bange werden können. Immer wieder drang am Samstagnachmittag Explosionsknall aus der Lagerhalle der Winner-Spedition im Steinbruch an Pater und Nonne. Und es dauerte nicht lange, da waren 64 Einsatz- und Rettungskräfte mit einem Dutzend Fahrzeugen vor Ort.

Das Übungsszenario: Mit einem Gabelstapler waren beim Entladen eines Lkw Chemiebehälter beschädigt worden Salpetersäure und Schwefelsäure flossen aus, mischten sich zu hochexplosivem Nitroglycerin. Feuerwehrleute der Löschgruppen Letmathe, Stübbeken und Oestrich trugen zehn Verletzte aus der Halle. Der Löschzug Menden-Süd baute seinen Dekontaminations-Container und drei große Zelte auf. Es wimmelte von Fachkräften und Helfern. Das Rote Kreuz aus Hemer und Menden war da, der ASB Menden und die Notfallseelsorge MK. Die ersten Spezialkräfte aus Menden schlüpften in ihre gelben hermetisch abgedichteten Dekontaminationsanzüge, wie sie auch bei Ebola eingesetzt würden. Schon wurden die ersten Chemieunfallopfer herbeitransportiert. Der eine schrie, der andere mimte den Ohnmächtigen, allesamt junge Leute von der Jugendfeuerwehr Menden und aus deren privatem Umkreis. Brandoberinspektor Michael Schelp aus Menden behielt als Einsatzleiter die Übersicht. Und ließ sich von Matthias Hermann, Gefahrgutexperte der Hexion-Werksfeuerwehr, beraten, wie man die Lage mit den hochgefährlichen Stoffen am besten in den Griff kriegt.

Von 15 bis 16.45 Uhr dauerte die Großübung. Es war das erste Mal, dass die Dekontaminationseinheit aus Menden gemeinsam mit Iserlohner Feuerwehrleuten den Ernstfall probte. Und Abschnittsleiter Michael Schelp zog zufrieden Bilanz: „Für das erste Mal hat die Zusammenarbeit eigentlich sehr gut funktioniert.“