Experte: A46-Lückenschluss lohnt nicht
18.01.2011 | 21:09 Uhr 2011-01-18T21:09:00+0100
Menden.Die Gegner der A46 erhalten Rückendeckung von einem Verkehrswissenschaftler. Prof. Dr.-Ing. Gert Marte aus Bremen zweifelt die offizielle Nutzen-Kosten-Analyse des Autobahn-Lückenschlusses zwischen Hemer und Neheim an.
Gemeinsam mit den Sprechern der „Gruppeninitiative gegen die A46“ (GigA46) stellte Prof. Marte jetzt eine Neuberechnung dieser Analyse vor. Im Ergebnis sieht er nur noch ein Nutzen-Kosten-Verhältnis von 0,8. Das bedeutet, dass nach seiner Berechnung jede in die A46 investierte Million Euro nur einen jährlichen Nutzen von 800 000 Euro nach sich zieht. Marte ist sich mit den GigA-Sprechern Stefan Neuhaus, Claudia Mölle (Menden) und Lothar Kemmerzell (Wickede) einig, dass der Lückenschluss damit volkswirtschaftlich nicht sinnvoll ist.
Mehr Straßen erzeugen mehr Verkehr
In der offiziellen Analyse liegt das Nutzen-Kosten-Verhältnis für die A46 noch bei einem Wert von 5,2. Prof. Martes Berechnung landet weit unter diesem Ergebnis, weil er den so genannten „induzierten Verkehr“ zu 100 Prozent berücksichtigt. Vereinfacht gesagt geht er davon aus, dass „mehr Straßen mehr Verkehr erzeugen“. Diese Tatsache sei wissenschaftlich bekannt. In der offiziellen Berechnung werde dieses als induzierter Verkehr bezeichnete Wachstum aber nur zu 7,7 Prozent berücksichtigt. Marte hält diese, für ihn falsche Berechnung, für gewollt: „Denn der induzierte Verkehr senkt das Nutzen-Kosten-Verhältnis.“
Die GigA-Sprecher begrüßen Martes Neuberechnung. „Das ist für uns ein weiteres Puzzlestück in der Argumentationskette gegen die A46“, sagt Stefan Neuhaus. Mit einem Nutzen-Kosten-Faktor von 0,8 fiele die A46 aus dem vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes.
Dort hinein fallen erst Verkehrsprojekte mit einem Faktor von 4 und mehr. Dabei ist laut Neuhaus bereits der offizielle Faktor von 5,2 überholt, weil ihm Baukosten von 253 Millionen Euro zugrunde liegen. Aktuell gingen Planer von 300 Millionen Euro Baukosten aus. Allein das senke das Nutzen-Kosten-Verhältnis – selbst ohne Prof. Martes Kritik – auf 4,4.
Alternativen zur A46
Die GigA will Martes Analyse an die Bezirksregierung und den Landtag weitergeben. Die Forderung: Die A46 soll im für 2015 vorgesehenen neuen Bundesverkehrswegeplan gestrichen werden. Statt dessen müssten regionale Alternativen zur A46 geprüft werden, beispielsweise die Nordtangente Menden.
Marte ist unabhängiger Verkehrswissenschaftler und gehört zu den Kritikern von „Stuttgart 21“. Seine Analyse zur A46 wurde unter anderem von Kreisverband der Grünen finanziert.
22:14
@#19 ha-vi:
Es ist genau umgekehrt: man hat stur viel zu lange die aussichtslose Suche nach einer verträglichen und für alle Städte und Gemeinden akzeptablen Trasse betrieben. Zeit und Geld dafür hätte man längst nutzen können für die Umsetzung der vielen Alternativlösungen.
In Hagen mit 3 Autobahnen ist die Arbeitslosigkeit größer als in Menden ganz ohne (eigenen) Autobahnanschluss.
@#21 dasgibsdochgarnich:
Woher wissen Sie, wer und wie viele Leute für oder gegen die A46 sind?
Wo sind die Massendemonstrationen jede Woche für die Autobahn?
Menden ist in den letzten 40 Jahren ohne die A46 nicht untergegangen und wird es auch nicht. Wir schaffen das hier auch ohne diese teure und unsere Landschaft zerstörende Straße!
21:34
Unglaublich, was sich die Möchte-Gern-Umweltschützer so schönes einfallen lassen, um die Bevölkerung zu verdummen.
Da wird ein Wissenschaftler ohne Bezahlung tätig (ja ja, ganz bestimmt unabhängig, hi hi hi) und erzählt uns, dass sich der Lückenschluss finanziell nicht lohne.
Und Dr. Marlboro hat gesagt, dass rauchen unschädlich ist!
Nur ein verschwindend kleiner Teil der Bevölkerung ist gegen den Bau der A 46, schafft es aber seit Jahren, den dringend notwendigen Lückenschluß zu verhindern. Unglaublich..
00:31
Danke an alle die sich gegen den weiterbau der A 46 Engagieren! Die Autobahn benötigt Niemand wirklich. Die Natur um so mehr!
22:06
Wie gesagt, was all die Studien zu diesem Thema gekostet haben, hätten man schon den Weiterbau zur Hälfte bezahlt! Es ist einfach besser für die Region, da sich ja mehr Wirtschaft ansiedelt, ergo mehr Arbeitsplätze da sind.
Also: weiterbauen endlich!
18:29
bald könnte ein Liter Benzin 2,50 Euro kosten, dann erledigt sich das Thema selbst.
18:27
bald könnte ein Liter Benzin so 2, 50 Euro kosten.
Dann erledigt sich das Thema von selbst.
14:51
#6 enlokeosb
Im Gegensatz zu Ihnen lese ich immer die vollständigen Artikel, bevor ich mir eine Meinung und somit auch einen Kommentar bilde!
Aber für Sie hier nochmal der letzte Absatz des Artikels:
Marte ist unabhängiger Verkehrswissenschaftler und gehört zu den Kritikern von „Stuttgart 21“. Seine Analyse zur A46 wurde unter anderem von Kreisverband der Grünen finanziert.
22:49
Da haben doch von Anfang an die Lobbyisten feste gerührt, um sich auf Kosten
der Steuerzahler einen Vorteil zu schaffen.
22:25
Auch der Verkehrsclub Deutschland (VCD) fühlt sich durch die neue Studie bestätigt.
Es gab aber auch vorher schon genug Gründe dafür, dass die Nachteile des A46-Lückenschlusses größer sind als die (vermuteten) Vorteile.
Nährere Infos dazu hier:
http://www.vcd.org/vorort/hagen-mk/themen/weiterbau-autobahn-a-46/
19:18
Kurze Nachfrage: das Gutachten wurde von niemanden bezahlt! Lediglich die Reiskosten von Prof. Marte zur Pressekonferenz wurden von der GigA46 bezahlt. Von daher kann auch nichts Teilweise von den Grünen bezahlt worden sein, denn ein Teil von nichts ist nichts!