Ex-Mendener ist Ansprechpartner für viele Ratsuchende
27.06.2008 | 22:30 Uhr 2008-06-27T22:30:00+0200Menden/Schwerte. Uwe Görke spricht aus dem Bauch heraus, vor allem, wenn es um Aids geht: "Ich bin einfach das Volk", sagt er, "und ich erzähle Dir mein Leben."
Sein Leben, das könnte wohl reif für eine Verfilmung sein. Wenigstens ein Buch darüber ist inzwischen erschienen, seine Biografie „Uwe Görke — Mein Leben mit HIV”.
Auf dem Balkon seiner Wohnung in Schwerte prangt, für jedermann zu sehen, eine riesige Aids-Schleife. Uwe Görke trägt seit Jahren sein eigenes Schicksal in die Öffentlichkeit: „Ich gebe Aids und HIV ein Gesicht.” In seinem Online-Tagebuch (www.uwegoerke.de) beschreibt er schonungslos Höhen und Tiefen seiner Krankheit. Er, der selbst seit vielen Jahren HIV-positiv ist, wird zum Ansprechpartner für unzählige Ratsuchende. Jeden Tag erreichen ihn rund 50 E-Mails. Anderen Menschen eine Hilfe sein: Als er einer Frau, die voller Furcht auf das Ergebnis ihres Aids-Tests wartet, ein persönliches Gespräch anbietet, erhält er zur Antwort: „Vielen vielen Dank, es bedeutet mir im Moment wirklich viel. Dein Angebot bzgl. dem Anruf finde ich weltklasse.”
1993 erfuhr der heute 43-Jährige, der gemeinsam mit seinen Geschwistern in Menden im Kinderheim aufgewachsen ist, dass er sich mit dem HI-Virus infiziert hatte. Sein Freund hatte ihn angesteckt. Ein Jahr lang zog er sich komplett zurück, schließlich aber entschied er sich, an die Öffentlichkeit zu gehen und so vielen Menschen wie möglich das Thema Aids und HIV nahezubringen. Seitdem ist der Ex-Mendener ein nimmermüder Streiter gegen das Tod bringende Virus, ein privater „Aids-Aktivist in der Provinz”.Ratgeber und Würdigung
In seinem Buch erzählt Uwe Görke aus seinem Leben, lässt Wegbegleiter, aber auch Kritiker zu Wort kommen. Der Himmelstürmer-Verlag mit Sitz in Hamburg (ISBN: 978-3-940818-00-3) hat es in sein Programm aufgenommen: „Es soll Ratgeber sein, aber auch eine Würdigung der Arbeit eines privaten Aids-Aktivisten, die aus unverständlichen Gründen leider viel zu oft zu kurz kommt.”
In der Samstag-Ausgabe der WP erzählt Uwe Görke in einem Interview von seinem Leben mit HIV und als Aids-Aktivist.
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