Ex-Boxer Eitel Brandenburg aus Menden vermisst

Der Mendener Eitel Brandenburg und seine Frau Elisabeth Hömke werden vermisst. Sie sind möglicherweise in Frankreich verbrannt.
Der Mendener Eitel Brandenburg und seine Frau Elisabeth Hömke werden vermisst. Sie sind möglicherweise in Frankreich verbrannt.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Nach einem schweren Brand in Frankreich werden der 73-Jährige und seine 65-jährige Partnerin vermisst. Die Polizei hat einen schlimmen Verdacht.

Lendringsen/Le Mans.. Der ehemalige Mendener Boxer Eitel Brandenburg (73) wird nach einem Brand in Frankreich vermisst. Die Polizei hat einen schrecklichen Verdacht.

Nach einem schweren Brand in dem Dörfchen Saint-Georges-de-la-Couée im mittelfranzösischen Département Sarthe stellen die Gendarmen bereits am vergangenen Wochenende fest, dass die beiden Bewohner nicht auffindbar sind: Brandenburg und seine in Duderstadt, Niedersachsen, geborene Partnerin Elisabeth Hömke, die ebensfalls in Lendringsen lebte. Die Ermittler suchen das gesamte Wochenende in der Region Pays de la Loire nach dem Paar – sogar in einem Wald und in einem See. Doch die Arbeit ist vergebens.

Brand vorsätzlich gelegt

Aber eines wissen die Fahnder inzwischen: Der Brand in dem Landhaus in dem 120-Seelen-Dorf ist vorsätzlich gelegt worden. Das Feuer hat sich von mehreren Stellen ausgebreitet. Im Keller der Ruine machen die Polizisten einen grausigen Fund: Sie entdecken, wie es ausdrücklich heißt, Knochen, darunter auch Menschenknochen. Aktuell wird die DNA analysiert. Die in Deutschland lebende Tochter des Paares befindet sich laut französischen Medien auf dem Weg nach Frankreich, um eine DNA-Probe abzugeben.

Und noch etwas haben die Beamten herausgefunden: Der gebürtige Lendringser und seine 65 Jahre alte Partnerin haben das Haus bereits vor 20 Jahren gekauft. Seit 15 Jahren wohnen sie dort.

"Ganz liebenswerter Kerl"

In Brandenburgs alter Heimat löst die Nachricht Betroffenheit aus. Etliche Mendener standen über die Jahre hinweg in Kontakt zu den beiden. Norbert Beschorner, zweiter Vorsitzender der Boxer im SV Menden, kennt ihn gut. „Das ist ein ganz liebenswerter Kerl“, erinnert er sich. Beschorner kennt Brandenburg als Mensch, als Sportler, als Betriebsrat. „Als Boxer war Eitel eine richtige Rakete“, sagt Beschorner, und dabei schwingt Respekt mit. Für Menden hat der Vermisste geboxt, für Altena und Troisdorf. Und das mit Erfolg: „Eitel war sogar mal Westfalenmeister. Der hatte vor niemandem Angst.“

Eitel Brandenburg hat in seinem Leben viele Erfahrungen gemacht. Er hat als Koch gearbeitet, ist zur See gefahren, hat bei KME gearbeitet und bei Schmöle. Für seine Kollegen hat sich Brandenburg als Betriebsrat eingesetzt.

Dann zieht der Tausendsassa nach Frankreich. Beschorner: „Er ist in Ehren gegangen.“

In Menden hat er keine Familienangehörigen mehr

In Menden lässt er nichts zurück. Sein Haus hat er verkauft. Familienangehörige hat er nicht mehr, wie sich Heinz Küper erinnert, der Brandenburg aus gemeinsamen Tagen in der evangelischen Volksschule Lendringsen kennt.

Brandenburgs alte Bekannte – sie alle hoffen, dass die Geschichte ein glückliches Ende nimmt. Doch die Chancen, befürchtet die französische Gendarmerie, stehen schlecht.