Ewiger Körperschmuck noch immer beliebt

An Tattoos, dem – fast – ewigen Körperschmuck, scheiden sich die Geister.Foto: Klaus Micke / WAZ FotoPool
An Tattoos, dem – fast – ewigen Körperschmuck, scheiden sich die Geister.Foto: Klaus Micke / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Entweder man liebt sie oder man hasst sie. An Tattoos, dem – fast – ewigen Körperschmuck, scheiden sich die Geister. Von chinesischen Schriftzeichen, dekorativen Schnörkeleien bis hin zu bedeutungsschweren Zitaten: Gerade jetzt, zur heißesten Zeit des Jahres, verstecken die Träger ihre Tattoos nicht mehr unter Stoff, sondern zeigen sie stolz.

Menden.. Vor allem in Freibädern, wo die Kleidung besonders knapp ist, kann man den Körperschmuck häufig sehen. Oft versteckt sich hinter den Tattoos eine interessante Geschichte, und auch die Motive an sich sprechen oft eine eigene Sprache. Unsere Redaktion war in der Mendener Leitmecke unterwegs und hat die verschiedensten Tattoos und ihre Träger vor die Linse bekommen.

Sabrina Lente, 22

„Mein Tattoo am linken Unterarm ist ein Freundschaftstattoo. Meine beste Freundin hat nämlich das gleiche Motiv an der gleichen Stelle. Wir haben uns bewusst eine Körperstelle ausgesucht, die sich im Alter nicht verändert. Gestochen wurde es uns im Januar von ihrem Mann, der ist Tätowierer. Für mich ist es kostenlos gewesen, da es quasi mein Geburtstagsgeschenk war. Ich habe aber noch ein anderes, am Fuß, seit einem Jahr ungefähr. Für dieses kleine Kunstwerk habe ich bei dem Mann meiner besten Freundin 45 Euro gezahlt.

Zunächst war ich ein wenig skeptisch, denn man hört oft Horrorgeschichten von unsauber gestochenen Tattoos oder mangelnder Hygiene. Als sich dann aber herausgestellt hat, dass ihr Ehemann professioneller Tätowierer ist, habe ich nicht lange gezögert.“

Stefanie Wollmerstedt, 44

„Die kleine Tinkerbell von Peter Pan habe ich mir 1998 stechen lassen. Da war ich 30 Jahre alt. Ich habe unbedingt etwas schmetterlings- oder flatterhaftes gewollt, da kam dieses Motiv mir gelegen. Außerdem kann ich es gut verdecken, wenn es nicht unbedingt gesehen werden soll. Im Beruf beispielsweise kann das hilfreich sein. Damals habe ich ungefähr 300 Mark dafür gezahlt, inklusive 60 Mark Anzahlung. Gegen noch eine Tätowierung hätte ich nichts einzuwenden. Ich spiele zum Beispiel mit dem Gedanken, mir die Namen meiner Kinder in einer verschnörkelten Schrift auf den Unterarm stechen zu lassen.“

Jessi, 32

„Meine zwei Motive stellen beide Vögel dar. Auf dem linken Oberarm habe ich einen Adler bzw. einen Geier verewigen lassen. Der wurde allerdings in zwei Schritten gestochen: Um meine Eltern ein wenig zu schonen, ließ ich mir erst nur den Kopf tätowieren. Erst ein wenig später folgten die Flammen und die Kralle. 2008 habe ich für das Gesamtwerk ungefähr 170 Euro gezahlt. Auf meinem anderen Oberarm hingegen sind zwei Papageien zu sehen, die sind auf meine sechs Zwergpapageien zu Hause zurückzuführen. Mein Tätowierer wurde mir von einem Bekannten empfohlen – und ich bin begeistert. Ich habe mich natürlich vorab informiert über die Kriterien, die ein gutes Tattoo-Studio ausmachen: Hygiene und saubere Arbeit sind für mich deshalb auch ein ganz wichtiger Aspekt gewesen. Es ist natürlich auch immer eine finanzielle Frage, ob man sich ein Tattoo stechen lässt. 2008 habe ich zum Beispiel für den Adler insgesamt 170 Euro gezahlt. Das Papageienmotiv war ein bisschen teurer: Hier betrug der Preis ungefähr 200 Euro. Aber klar ist trotzdem: Ich würde mir ohne zu zögern noch mehr Tattoos stechen lassen! Schön wäre ein Anker, vielleicht auf den Beinen.“

Nicole Trockel, 39

„Insgesamt habe ich zwölf Tattoos, auch ein chinesisches Schriftzeichen ist dabei. Zu einem 13. Tattoo würde ich aber trotzdem nicht ,nein’ sagen. Platz genug ist immer. Mein Löwenkopf auf dem Rücken ist mein absolutes Lieblingsmotiv. Aber auch das hier auf meinem linken Oberarm gefällt mir gut. Es zeigt oben eine Sonne und unten Sterne.

Die Sonne überdeckt zum Glück eine alte Jugendsünde. Die Sterne hingegen haben eine symbolische Bedeutung: Da mein Spitzname für meinen Mann „Stern“ ist, habe ich ihm dieses Motiv gewidmet. Ich habe ihm auch einen eigenen Stern geschenkt und benannt. Das ist eine schöne Sache: Man bekommt eine Urkunde und kann sich seinen Stern in der Sternwarte in Hagen angucken. Wenn ich mir ein Tattoo stechen lasse, dann ausschließlich von meinem Stammtätowierer. Dem kann ich nämlich voll und ganz vertrauen.

Der Preis für die Tätowierung am Oberarm betrug ungefähr 150 Euro. Zählt man alles zusammen, so kommt man auf circa 2000 Euro, die ich für alle meine Tattoos ausgegeben habe. Bis jetzt.“