Es ist nicht alles vorbei!

Liebe Leserinnen und Leser! Wer hätte ihn in den vergangenen Tagen und Wochen nicht gehört und vielleicht auch mitgesungen, den Karnevalsschlager: „Am Aschermittwoch ist alles vorbei, die Schwüre von Treue, sie brechen entzwei. . . Wie schön es auch sei, dann ist alles vorbei.“ Inzwischen ist der Aschermittwoch gekommen. Die Karnevalisten bedauern, dass das bunte Treiben nun zu Ende ist und mancher wacht vielleicht mit einem Kater etwas verspätet auf. Das Gefühl beschleicht sie, dass nun leider alles vorbei ist.

Für uns Christen aber ist am Aschermittwoch nicht alles vorbei. Ganz im Ge­genteil: Heute fängt für uns alles erst richtig an!

Eine neue Zeit hat begonnen, eine ganz andere, völlig kontrovers zu der Zeit, die um Mitternacht zu Ende gegangen ist.

Wir gehen auf Ostern zu, dem Fest der Auferstehung Jesu. Ein Fest will gut vorbereitet werden. Genau das geschieht durch die Fastenzeit. Dieses Wort ist ein Sammelbegriff für alles, was in der Zeit vor Ostern angesagt ist. Die Kirche spricht heute offiziell von der „österlichen Bußzeit“.

Der Aschermittwoch lädt uns ein zu einem Neubeginn.

Auch jeder einzelne Christ bedarf der Erneuerung, des Neubeginns.

Jeder Sportler weiß, dass es ohne Training keine Aussicht auf einen Sieg gibt. So gibt es auch kein wirkliches Osterfest ohne geistliche Übungen. Die Fastenzeit bietet dazu Möglichkeiten.

Das Evangelium des heutigen Tages verwendet als Stichworte für unser Handeln in der Zeit vor Ostern die Begriffe: Beten und Fasten und Almosen geben.

Im Gebet finden wir Gott als den Ursprung und das Ziel unseres Lebens und vertiefen unsere Beziehung zu ihm.

Unser Fasten sollte darin bestehen, auf Überflüssiges, Schädliches und Unsinniges zu verzichten, um offen zu werden für Gott und die Mitmenschen.

Die Werke der tätigen Nächstenliebe bedeuten, dass das, was wir selbst einsparen, unseren Mitmenschen zugutekommt, indem wir ihnen Zeit und Aufmerksamkeit widmen. Als äußeres und sichtbares Zeichen der Umkehrbereitschaft gilt das Aschenkreuz, das wir uns am Aschermittwoch auf die Stirn zeichnen lassen.

Liebe Leserinnen und Leser!

Im Namen aller Mendener Seelsorgerinnen und Seelsorger lade ich Sie ein, die vielfältigen Angebote der Kirche während der Fastenzeit wahrzunehmen.

Jürgen Senkbeil, Pfarrer und Dechant