Erweiterungspläne um 50 Geschäfte

Der Grohe-Parkplatz soll demnächst Kirmesfläche werden.
Der Grohe-Parkplatz soll demnächst Kirmesfläche werden.
Foto: WP

Menden..  Mit seinen Plänen zur erheblichen Erweiterung der Mendener Pfingstkirmes hatte Bürgermeister Volker Fleige bereits für ein Beben in der deutschen Schaustellerschaft gesorgt. Gestern konkretisierte der Verwaltungschef gegenüber der WP, wie sehr ihm das Projekt am Herzen liegt: „Grohe-Gelände sowie Märkische und Werler Straße bieten uns Möglichkeiten, 50 weitere Geschäfte verpflichten zu können. Damit bekäme die Kirmes eine neue Dimension.“

Kein Wahlkampfthema

Fleige machte überdies klar, dass er keine Runde von Bedenkenträgern zulassen will, wenn sich alsbald Stadtspitze und offizielle Schausteller-Vertreter an einen Tisch setzen: „Unsere Erwartungen sind da ganz klar konstruktive Vorschläge.“

Ein für die Mendener Stadtentwicklung „großes Thema“ (Fleige) soll auf keinen Fall im bevorstehenden Bürgermeister-Wahlkampf eine Rolle spielen. „Wir werden die Politik Ende September, Anfang Oktober beteiligen“, muss Fleige jedoch mindestens zwei Fronten aufbrechen. Profi-Kirmesbeschicker warnten bereits eindringlich vor Erweiterungen. Sogar der Präsident des Deutschen Schaustellerbundes, Albert Ritter, schilderte Fleige per Brief Bedenken. Überdies gab es seitens der Mendener Politik kurz vor der Sommerpause nicht einen Erweiterungs-Befürworter.

Fleige indes sieht einen Großteil der Vorarbeit geleistet. Demnach bestätigen Gutachter der Stadt, dass sich das Grohe-Gerlände als Standort für Buden und Fahrgeschäfte eignet. Auch verkehrlich sei es möglich, für etwa eine Woche die Märkische Straße und Werler Straße abzubinden (WP berichtete).

Für Fleige ist eine Großerweiterung – hinzu käme etwa der gesamte Platzbereich der Iserlohner Osterkirmes – alles andere als Selbstzweck: „Seien wir ehrlich: Es sind doch Jahr für Jahr weniger Kirmesbesucher geworden. Wir brauchen mehr Abwechslung durch neue Bebauung und weitere Geschäfte.“

Ordnungsamtsleiterin Martina Potthoff und Marktmeisterin Gerlinde Borcherding weiß Fleige mit im Boot. Im Team wird auch ausgelotet, mit welchen Kosten für die Stadt Erweiterungspläne verbunden sein könnten. Das gilt vor allem für das Grohe-Gelände, aber auch für ein neues Werbekonzept, an dem auch die Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Stadt beteiligt werden soll.

Für Schausteller, so Fleige, sei nicht an eine Erhöhung der Standgebühren gedacht.