Erstmals offene Tür am neuen Gymnasium der Stadt

Tag der offenen Tür des neuen städtischen Gymnasiums. Henrik (10) bei Biolehrer Sascha Ebert.
Tag der offenen Tür des neuen städtischen Gymnasiums. Henrik (10) bei Biolehrer Sascha Ebert.
Foto: WP

Menden..  Wolfgang ist der Star im Dachgeschoss. Der schwarzbraun glänzende Riesentausendfüßler windet sich im gedrängt vollen Naturwissenschaftsraum mit seinen sprichwörtlich tausend winzigen Krabbelfüßchen über die Hände von Biolehrer Sascha Ebert - allgemeines „Ah!“ und „Oh“ und „...darf man den mal anfassen..?!“ Klar, Wolfgang lässt sich lässig streicheln. Und Henrik (10) nimmt den 15 cm langen Nordamerika-Migranten sogar todesmutig selbst auf die Hand. „Er will Dschungelforscher in Madagaskar werden“, verrät seine Mutter Christiane Römelt. Na dann..!

Der erste Tag der offenen Tür des zusammenwachsenden Städtischen Gymnasiums Menden: Im Gebäude der früheren Rodenbergschule (Wilhelmstraße) herrschte am Samstag dichtes Gedränge gleich vom Vormittag an, hier boten Schüler und Lehrer die Klassiker eines Schul-Präsentationstages: Mitmachaktionen (durch Mikroskope blinzeln, im Musikraum vorsichtig eine Geige ausprobieren), Führungen, Gespräche mit den Eltern künftiger Fünftklässler und dazu frische Waffeln und Muffins.

Dr. Thomas Hardt, Schulleiter des Heilig-Geist-Gymnasiums, und seine Walram-Kollegin Christel Schmidt-Timmermann empfingen ihre (möglichen) gemeinsamen künftigen Fünftklässler im Foyer.

Kochen im Altbau

Die Entscheidung, in der früheren Rodenbergschule ausschließlich die Erprobungsstufe unterzubringen, „war genau richtig“, findet Dr. Hardt. „Die Strukturen sind übersichtlich wie in einer Grundschule, so dass sich die Kleinen nicht so abrupt umstellen müssen.“

Für die Fünft- und Sechstklässler stehen zwölf große Klassenräume zur Verfügung, jeweils ein Fachraum für Naturwissenschaften, Informatik, Musik und Kunst; „und dank der komplett erhaltenen Küche können wir auch eine Koch-AG anbieten“, zählt der Heilig-Geist-Schulleiter einen weiteren Vorzug des Altbaus auf, der bisher zu einem Drittel renoviert ist. Bis zum Einzug der Gymnasiasten soll alles fertig sein.

Die Lehrer werden teilweise zwischen der Wilhelmstraße und dem Walram-Gebäude (wo die Mittel- und Oberstufe untergebracht sind) hin- und herwandern müssen. „300 Meter sind aber zumutbar“, findet Hardt. Der Stundenplanbauer werde darauf achten, dem insgesamt 130-köpfigen Kollegium (für ca. 1450 Schüler) möglichst wenig Pendelverkehr zuzumuten.

Längst ein Team

Im Walram-Gebäude ging es entspannt zu: Mittelstufenkoordinator Steffen John und der stellvertretende Heilig Geist-Schulleiter Ulrich Cormann empfingen im Eingangsbereich zusammen meist ältere Schüler mit oder ohne Begleitung ihrer Eltern.

„Das Angebot hier richtet sich heute vorwiegend an die Seiteneinsteiger von Real- oder Fachoberschulen“, erklärte Steffen John. „Wir bieten SII-Probeunterricht an und informieren in der Aula über das Kursangebot der Oberstufe.“ Die beiden Pädagogen begreifen ihre Kollegien „längst als Team“ und betonen gemeinsam: „Uns ist es wichtig, dass die Schule sich gut entwickelt und wir den Schülern ein gutes Angebot machen. Und dass die Schulform Gymnasium aus diesem Prozess des Zusammenwachsens gestärkt hervorgeht.“