Erster Roman erscheint als E-Book

Menden..  Ihre Geschichte könnte selbst aus einem Roman stammen: Amanda Hocking, ein Mädchen aus einer 23 000-Einwohner-Stadt in Minnesota, arbeitet als Altenpflegerin. Abends schreibt sie Vampir-Fantasy-Geschichten für Jugendliche und veröffentlicht diese als E-Book. Sie wird Auflagenmillionärin. Ein Traum, den viele junge Autoren haben. Der Mendener Philipp Lehmkühler hat jetzt seinen ersten Roman veröffentlicht – als E-Book. Im Junge-WP-Interview erzählt der 24-Jährige, wie er auf die Idee zur Geschichte kam und wie der Buchverkauf läuft.

Frage: Wann hast Du mit dem Schreiben angefangen?

Philipp Lehmkühler: Ich habe schon zu Schulzeiten gern geschrieben. Es hat mir immer Spaß gemacht, mir Geschichten auszudenken und Leute damit zu unterhalten. Die ersten Buchseiten habe ich zu Abizeiten begonnen, dann aber wieder aufgehört. Erst an der Uni habe ich wieder angefangen, die Umgebung mit Leuten, die kreativ sind, hat mich inspiriert.

Wie hattest Du die Idee zu Deinem Roman „Im Schatten der Anderen“?

Ideen hatte ich viele. Ich wollte aber von Anfang an ein Buch schreiben, das sich aufs Leben bezieht – das also nicht in einer Fantasywelt spielt oder zum Beispiel ein Krimi ist. Mit dem Schreiben habe ich im Jahr 2012 angefangen, im Dezember 2014 ist das Buch fertig geworden. Der Roman erzählt die Geschichte von zwei Freunden, deren Freundschaft durch den Extremfall Mobbing beeinflusst wird.

Hast Du Schreib-Rituale?

Meine Mitbewohner wissen: Aha, Philipp kocht sich gerade eine Kanne Kaffee, jetzt setzt er sich gleich wieder zum Schreiben hin. Kaffeetrinken ist also ein Ritual. Beim Schreiben höre ich oft Instrumentalmusik. Ich schreibe am Computer, mache mir manchmal handschriftlich Notizen, wenn ich mit dem Zug unterwegs bin. An manchen Tage schaffe ich es, fünf bis acht Seiten zu schreiben, an anderen kommt nur eine halbe Seite oder auch mal gar nichts dabei heraus.

Warum hast Du Dich für eine Veröffentlichung als E-Book entscheiden?

Als ich anfing zu schreiben, hatte ich bereits die Intention, das Geschriebene später einmal zu veröffentlichen. Vom Verlag Neobooks hat mir die WP-Mitarbeiterin Pia Mester erzählt. Das Konzept des Verlags finde ich sehr ansprechend. Neobooks beliefert alle großen Händler mit E-Books. Nachdem der Roman fertig war, habe ich ihn Freunden zum Korrekturlesen gegeben und sie um ehrliches Feedback gebeten.

Wie funktioniert das Veröffentlichen?

Ich habe eine kurze Zusammenfassung des Buchs, in dem ich die Handlung erzähle, an den Verlag geschickt. Dann habe ich das Buch als Word-Dokument auf der Verlagsseite hochgeladen. Den Preis für sein Buch legt jeder Autor selbst fest. Ich habe mich für 1,99 Euro pro Exemplar entschieden, weil ich nicht zu viel Geld verlangen wollte. 70 Prozent des Verkaufspreises bei Neobooks gehen an den Autor, 30 Prozent an den Verlag. Man darf vom Verdienst nicht zu viel erwarten, es ist aber ein kleines Taschengeld und natürlich eine Bestätigung für die Arbeit. Leser haben bereits einige Exemplare gekauft. Wenn das passiert, ist das ein Adrenalinschub, den man sich nur schwer vorstellen kann.

Was rätst Du anderen jungen Autoren, die auch ein E-Book veröffentlichen wollen?

Neobooks kann ich weiterempfehlen. Man sollte aber nicht zu hohe Erwartungen haben: Es gibt dort eine Flut von Autoren und eine Flut von Neuerscheinungen. Da kann man leicht untergehen, es ist viel Eigeninitiative gefordert. Neobooks gehört zum Verlag Droemer/Knaur. Regelmäßig gibt es Wettbewerbe: Die beliebtesten E-Books werden in das Programm des Verlags aufgenommen. Das ist natürlich eine tolle Chance.

Warum hast Du Dich für das Pseudonym Philipp T. Hayne entschieden?

Lehmkühler ist ein langer Name, den wollte ich nicht als Autorennamen. Ein Pseudonym gehört ja auch irgendwie dazu. Der Name ist ein Tribut an meine Heimat, das Sauerland. „Tehoime“ ist Plattdeutsch und bedeutet so viel wie „Zuhause“. Außerdem gefällt mir der Dichter Heinrich Heine. Daraus habe ich dann den Autorennamen „T. Hayne“ gemacht.