Erste Dreikönigsauktion ist ein voller Erfolg

Dreikönigsauktion im Ratsaal.
Dreikönigsauktion im Ratsaal.
Foto: WP

Menden..  Das war eine äußerst erfolgreiche Premiere: Rund 100 Besucher erleben am Samstagmorgen die erste Dreikönigsauktion der Stadt Menden mit. Im Ratssaal versteigern die Auktionatoren André Schweins, Mitglied der WP-Chefredaktion, Landwirt Heinz Scheffer und Grünen-Ratsmitglied Andreas „Atze“ Salmen unerwünschte Geschenke. Drei Stunden lang bieten die Mendener mit.

Das erste Objekt ist ein Kissen in Katzenform, „ein typisches Zeichen der chinesischen Kleinkunst“, preist es Heinz Scheffer an. Die ersten Bieter heben ihre Zahlen in die Luft, „zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten“, kurze Zeit später ist die Katze verkauft.

Im Bereich der Zuschauerbänke hat das Team vom Bürgerbüro um die stellvertretende Leiterin Marion Klein die Geschenke abgelegt. Hier können Interessierte schon einmal schauen. Wer sich vorab über die Objekte informieren möchte, findet die Geschenke aber auch alphabetisch auf einer Tafel im Foyer beschrieben: vom Tablett über eine Ikone einer Mendener Künstlerin bis zum Tablet-Computer ist an diesem Tag einiges dabei.

Mendener haben die Auktionsgüter abgegeben: Aufgerufen waren Geschenke, die dem Beschenkten nicht gefallen, nicht passen, die er doppelt hat oder nicht gebrauchen kann. Was der eine hässlich findet, gefällt jemandem aus dem Publikum.

In vielen Fällen zumindest: Die Damenmütze aus Leder, die an die Kopfbedeckung von Ermittler Sherlock Holmes erinnert, findet an diesem Morgen keinen Abnehmer. Bei Objekten, die zunächst auf wenig Gegenliebe stoßen, lobt das Auktionator-Dreigestirn aufs Höchste: „qualitativ hochwertig, hat Seltenheitswert, handwerklich sauber gearbeitet, bei Dunkelheit geht diese Armbanduhr als Rolex durch“. Manchmal hilft die Anpreisung, manchmal eben auch nicht.

Sandy Strunk hat von der Auktion in der Zeitung gelesen und ist mit ihren Eltern in den Ratssaal gekommen: „Wir fanden die Idee witzig und dachten uns, wir gehen mal hin“, sagt die 18-Jährige. Sie hält die Bieternummer in die Luft, und der Familiengrill geht an die Strunks.

Elektronik unter dem Hammer

Insbesondere in der zweiten Hälfte zieht das Auktionstempo an: In Windeseile kommen die Geschenke auf den Versteigerungstisch. Gegen Mittag machen die Zuschauer die besten Schnäppchen. Ein Mendener Elektromarkt hat Tablets, eine Musikanlage und einen DVD-Spieler gespendet. Wer so etwas gesucht hat, schlägt zu – und ersteigert Elektrogeräte für ein Zehntel der unverbindlichen Preisempfehlung. Das gefällt dem Bietenden, das füllt aber auch die Kasse der WP-Aktion „Mendener in Not“, die unverschuldet in Not geratene Mendener unterstützt.

„Als wir die Auktion im Herbst geplant hatten, waren wir skeptisch, ob sie funktionieren würde“, hatte Bürgermeister Volker Fleige zur Eröffnung der Auktion gesagt. „Schön, dass so viele Menschen gekommen sind.“

47 bieten mit

129 Objekte kamen am Samstag im Ratssaal unter den Hammer.

Mendener hatten die Geschenke Tage zuvor im Bürgerbüro abgegeben – einige unter ihnen auch als Spende.

80 Prozent des ersteigerten Betrags bekam der Geschenkgeber, 20 Prozent kommen der WP-Aktion „Mendener in Not“ zu gute.

47 Einzelpersonen und Gruppen boten mit. Sie erhielten am Eingang eine Bieternummer.

Nicht versteigerte Objekte können die Geschenkgeber mit ihrem Vertrag wieder im Bürgerbüro abholen.