Erbpachtvertrag als Stolperstein für Museum

Menden..  Der Rat hat die Gründung eines Industriemuseums auf Gut Rödinghausen gestern an eine Bedingung geknüpft: Das Geld dafür wird nur fließen, falls die Verwaltung einen neuen Erbpachtvertrag aushandelt, der eine museale Nutzung ermöglicht. Für die derart formulierte Absichtserklärung gab es eine breite Zustimmung. Die einzigen beiden Gegenstimmen kamen von Eugen Heinrich (USF) und Fabian Homberg (UWG).

Grund für die Skepsis sind die hohen Investitionskosten: Die Einrichtung des Museums wird die Stadt abzüglich der Fördergelder gut 2,75 Millionen Euro kosten. Museumsleiterin Jutta Törnig-Struck hat zudem Betriebskosten von gut 150 000 Euro pro Jahr geschätzt, wenn das Museum 2017 eröffnet wird.

Klar ist: An der Grundsanierung des denkmalgeschützten Herrenhauses führt kein Weg vorbei – egal, was die Politik davon hält. Rund 1,6 Millionen Euro der besagten 2,75 Millionen sind dafür vorgesehen. Die muss die Stadt auch dann berappen, wenn das Herrenhaus anschließend abgeschlossen und für gar nichts genutzt würde.

Lob für das Museumskonzept

Für das eigentliche Museum müssten die übrigen 1,1 Millionen Euro aufgewendet werden. Eugen Heinrich und Fabian Homberg lehnen diese Ausgabe und auch die absehbaren Betriebskosten angesichts der Haushaltslage der Stadt ab. Die museale Nutzung ist aus Heinrichs Perspektive „nicht alternativlos“, man könne Wohnungen in dem Herrenhaus einrichten. Das erlaube auch der Erbpachtvertrag mit der Familie Dücker-Plettenberg. An dieser ablehnenden Haltung konnte auch Kämmerer Uwe Siemonsmeier nicht ändern: Er erklärte auf Nachfrage, dass das Geld in der Haushaltprojektion für die kommenden Jahre zur Verfügung stehe.

Auch die anderen Ratsfraktionen sehen das Vertragswerk als möglichen Stolperstein. CDU und SPD wollten deshalb die Absichtserklärung in der gestrigen Sitzung zunächst völlig vertagen. Bürgermeister Volker Fleige formulierte daraufhin einen neuen Beschlusstext, der die Absichtserklärung unter den Vorbehalt stellt, dass sich die Stadt mit dem Erbbaurechtgeber einigt. Wenn möglich, soll der angepasste Vertrag schon in der Ratssitzung am 13. Februar zur Entscheidung vorliegen.

Zu Beginn der Sitzung hatten Museumsleiterin Jutta Törnig-Struck und die Leiterin des Immobilienservices, Ulrike Schriever, das Museumskonzept und die Sanierungspläne vorgestellt. Beide erhielten vom gesamten Rat großes Lob für das Ergebnis.

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