Eltern in Schwitten stimmen über Schulart ab
18.02.2010 | 20:00 Uhr 2010-02-18T20:00:00+0100
Menden. Mitte März wird wohl feststehen, ob die St.-Michael-Grundschule Schwitten von einer katholischen Bekenntnisgrundschule zu einer Gemeinschaftsgrundschule wird.
Die Eltern der Grundschüler können über diese Umwandlung abstimmen. Sie soll zum Erhalt des Schulstandortes Schwitten beitragen.
Menden ist mit Grundschulen gut versorgt. Doch es gibt angesichts der demografischen Entwicklung viele kleine Grundschulen, die mit rückläufigen Anmeldezahlen zu kämpfen haben. Deshalb wurden die St.-Michael-Schule Schwitten und die Albert-Schweitzer-Gemeinschaftsgrundschule Lahrfeld schon 2009 zu einem Schulverbund zusammengeführt.
Zu wenig Erstklässler
Der Standort in Schwitten ist damit allerdings noch nicht gesichert. Im 1. Schuljahr gibt es dort zurzeit weniger als 18 Schüler — das ist laut Schulgesetz eigentlich zu wenig, um die Schule weiterzuführen.
Eine Lösung kann die Umwandlung der St.-Michael-Schule sein. Wird sie wie die Albert-Schweitzer-Schule zur Gemeinschaftsschule, können die Schüler der neuen Eingangsklassen zwischen beiden Standorten so verteilt werden, dass es in Schwitten für eine erste Klasse reicht. 30 Eltern aus Schwitten haben deshalb den Antrag auf Umwandlung der Schule unterschrieben. Auch Schulleiter Karl-Heinz Karhoff befürwortet diesen Schritt.
Eltern entscheiden frei
Und so geht es nun weiter: Die Stadt Menden als Schulträger wird die Eltern in Schwitten in den nächsten Wochen einladen, über die Umwandlung abzustimmen. Wahrscheinlich werde diese Abstimmung an drei Tagen in der Michael-Grundschule stattfinden, kündigte der Leiter des Fachbereichs Schule, Bernd Michel, an. Zwei Drittel der abstimmungsberechtigten Eltern müssten der Umwandlung zustimmen, dann müsse auch die Bezirksregierung die Umwandlung beschließen.
Michel und Karhoff betonen, dass allein die Entscheidung der Eltern zähle. Sollte die Umwandlung geschehen, könnten die Eltern auch weiter selbst entscheiden, an welchem Standort sie ihre Lernanfänger anmelden. Karhoff: „Es geht nur auf freiwilliger Basis. Ich kann niemanden zwingen, sein Kind in Schwitten anzumelden. Ich kann nur versuchen, zu überzeugen.”
10:38
Angesichts der Diskussion um Missbrauch in der katholischen Kirche kann die Entscheidung nur lauten: möglichst weite Zurückdrängung des klerikalen Zugriffs auf die Bildung und Entwicklung unschuldiger Kinderseelen.
Auch in Schwitten hat es vor Jahren bereits Elternbeschwerden über einen Lehrer gegeben, der Propaganda und Hetzschriften einer innerkirchlichen Sekte unter Grundschülern verbreitete. Ein früherer Pfarrer hat sogar versucht, eine Schülerin an der Behandlung einer Sturzverletzung zu hindern, damit sie an einer Veranstaltung in der Kirche (von der Schule aus) teilnehmen könnte. Erst das energische Einschreiten der Mutter ermöglichte es dem Kind, seine blutende Verletzung verbinden zu lassen.
Auch so etwas ist Missbrauch von Erziehungsgewalt.