Eltern fordern Menden-Schulkonferenz
19.07.2011 | 13:05 Uhr 2011-07-19T13:05:00+0200
Menden.Die Initiative zur Schaffung einer Gesamtschule in Menden hat bereits jetzt 250 Unterschriften von Grundschul-Eltern gesammelt, die ihr Kind dort anmelden würden. Doch es gibt auch die Forderung von Eltern-Vertretern, das Tempo aus der Diskussion zu nehmen und mit allen Beteiligten in einer großen Mendener Schulkonferenz die Zukunft der weiterführenden Schulen zu beraten. Das sind zwei Kern-Erkenntnisse der WP-Montagsrunde gestern Abend.
Gut eineinhalb Stunden wurde leidenschaftlich, konstruktiv und auf sehr hohem Niveau diskutiert. Am Ende herrschte zwar keine große Einigkeit, aber doch Verständnis für die Position des jeweils anderen bei der WP-Montagsrunde – einer Diskussion, zu der die Redaktion regelmäßig zu aktuellen Themen einlädt.
Pro und Contra Gesamtschule
Mit dabei waren gestern Arnt Reinhard, der sich bereits an der Spitze für den Erhalt der Grundschule Schwitten eingesetzt hatte und nun Initiator der Initiative für die rasche Einführung einer Gesamtschule in Menden ist, aber auch Christian Volbert. Er ist von Beruf Rechtsanwalt, als Vater einer Heilig-Geist-Gymnasiastin und einer Schülerin an der Realschule Menden aber auch Vize-Schulpflegschaftsvorsitzender am HGG und auch dessen Fördervereinsvorsitzender. Er präsentierte sich als deutlicher Skeptiker einer Gesamtschul-Lösung für Menden, bei der eventuell die drei derzeitigen Schulen am Gelben Morgen (Hauptschule, Realschule, HGG) in einigen Jahren komplett in der neuen Gesamtschule aufgehen könnten.
Unterstützung für diese Position fand er bei seiner Mitstreiterin Eva-Maria Pankow, der Vorsitzenden der HGG-Schulpflegschaft, aber auch bei Ulrich Müthing, dem stellvertretenden Schulpflegschaftsvorsitzenden der Realschule Menden (RSM) sowie Marion Kuge, Vize-Fördervereinsvorsitzende an der RSM.
Die vier zeigten sich überzeugt, dass eine Durchlässigkeit zwischen den drei Schulen am Gelben Morgen bereits vorhandenen sei, es damit schon quasi jetzt eine Gesamtschule am Gelben Morgen gebe. Einfach eine neue Organisationsform in der Eile überzustülpen, sei unnötig. Stattdessen solle man sich die Zeit nehmen, die beste Schulform in einer großen Mendener Schulkonferenz zu diskutieren. Zu der solle Bürgermeister Volker Fleige Eltern, Schüler und Lehrer einladen, die als Betroffene ihre Erfahrungen einbringen könnten.
Befragung läuft weiter
Arnt Reinhard war anderer Meinung. Er sieht erheblichen Handlungsdruck: Obwohl er und seine Mitstreiter bislang erst wenige Tage Eltern hätten befragen können, deren Kinder derzeit die Klassen 1 bis 4 besuchen, und die großen Grundschulen noch nicht dabei gewesen seien, seien 250 Unterschriften für die Gesamtschule zusammengekommen.
Für Reinhard ein klares Zeichen dafür, dass die Mendener Eltern einer Gesamtschule den Vorzug vor einer Gemeinschaftsschule geben würden: „Die ist seit Jahren erprobt und nicht nur ein Schulversuch wie die Gemeinschaftsschule.
Große Einigkeit herrschte zumindest in der gestrigen Gruppenzusammensetzung, dass – egal ob Gemeinschafts- oder Gesamtschule – jede neue Form längeren gemeinsamen Lernens zuerst am Schulzentrum Gelber Morgen etabliert werde müsse. Und zwar wegen der zentralen Lage und der dort vorhandenen und ausbaufähigen Infrastruktur. Eine Gemeinschaftsschule zunächst in Lendringsen – wie aktuell von der Politik beschlossen – zu etablieren, sei ein Witz. Das sagte Wilfried Büttinghaus, der als Senior der Runde aktuell noch ein Enkelkind auf der Schule hat: „Schüler, die von Halingen nach Lendringsen wollen, müssen zweimal umsteigen. Die Schulwege in Menden sind ein Katastrophe.“ Zu der Meinung gab es breite Zustimmung.
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