Elmar Dederich Bahn-Eröffnung schon am 30. März
18.02.2011 | 18:03 Uhr 2011-02-18T18:03:00+0100
Lendringsen.Die Hönnetalbahn war das Thema, über das Elmar Dederich in der Gaststätte Dederich in Lendringsen sprach.
Die Eisenbahn, noch heute fasziniert sie Groß und Klein gleichermaßen. Bahnhöfe sind vielerorts die Prunkstücke einer Stadt, und über die Besonderheiten der Lokomotive, der Waggons und der Bahnstrecken kann sich so mancher stundenlang unterhalten. Über den Schandfleck Mendener Bahnhof ist viel geschrieben und gesagt worden, deshalb hat sich der Lokalhistoriker Elmar Dederich einem anderen Teil der Mendener Bahngeschichte gewidmet: der Hönnetalbahn. In seinem spannenden Vortrag „Der Zug kommt“ referierte er am Donnerstagabend im Gasthof Dederich über die lange Geschichte der Bahnstrecke von Menden in die Hönnestädte Balve und Neuenrade.
Die Heimat interessiert die Mendener immer besonders, und so verwunderte es niemanden, dass auch zum aktuellen VHS-Vortrag von Elmar Dederich wieder mehr als 60 Leute gekommen waren und ihre Fahrkarten für einen interessanten Heimatabend lösten. Gleich zu Beginn der Zugreise räumte der Referent mit einer Falschnachricht auf, die ihn lange beschäftigt hat. Drei verschiedene Daten hatte er bei seinen Recherchen gefunden und am Ende festgestellt: Es war nicht der 1. April 1912, sondern der 30. März 1912, an dem sich zur Eröffnung erstmals die Hönnetalbahn vom Mendener Bahnhof in Richtung Balve-Neuenrade in Bewegung setzte. Diesen Irrtum hatte eine Klasse von Bekleidungstechnischen Assistenten des Hönneberufskolleg im vergangenen Jahr korrigiert.
Nicht alle wollten Bahn
Das Hauptaugenmerk seines Vortrags, der von passenden Bildern begleitet wurde, setzte Elmar Dederich aber auf ein ganz anderes Mysterium: Über 40 Jahre hatte es von der Eröffnung des Bahnhofs in Menden 1872 bis zur Einweihung der Hönnetalbahn 1912 gedauert. Immer wieder wurden dem Projekt Hönnetalbahn Steine in den Weg gelegt, wie Dederich dank intensivster Recherchen heute weiß und seinem Publikum eindrucksvoll mitteilte. Als größter Zeit- und Quertreiber entpuppten sich die Kalkwerke Dornap, die mit der Verhinderung des Bahnstreckenbaus die Konkurrenz von sich fernhalten wollten. 1882 wurde zum Beispiel bereits der Bahnbetrieb zwischen Menden und Hemer aufgenommen, in Richtung Hönnetal tat sich aber nichts. Obwohl die Strecke für die Betriebe und Bewohner im oberen Hönnetal lebenswichtig war. Der interne Kleinkrieg zwischen Kalkwerken und Bahn konnte erst 1909 langsam beigelegt werden, als die ersten Spatenstiche gesetzt wurden. Zwischendurch hatten viele Bürger die Hoffnung aufgegeben. Dederich spricht von einem Warten auf Züge, die noch immer nicht gekommen sind.
60 Minuten Fahrzeit
22,4 Kilometer ist sie lang, 13 000 Kubikmeter Mauerwerk und Beton wurden im Zuge das Bahnbaues bewegt und 42 Hektar Fläche benötigt. Damals dauerte die Befahrung der Strecke 60 Minuten, fünf Züge fuhren täglich in beide Richtungen. Nach der Eröffnung am 30. März war die Bahnstrecke den Bürgern dann ab dem 1. April 1912 bis heute zugänglich.
Elmar Dederich hatte sehr viel zu erzählen. Und so widmete er auf der weiteren Geschichtsfahrt den vielen schönen Bahnhöfen auf der Hönnetalstrecke weitere Worte und kam auch nicht herum, den einst so prachtvollen Mendener Bahnhof in seinen Vortrag einzubauen. Heimatdichter Norbert Rickenbrock steuerte ein paar passende Gedichte und Anekdoten bei.
„Das Thema hat mich schon sehr lange beschäftigt“, sagt Elmar Dederich, der bereits 2003 einen Geschichtskreis „Hönnetalbahn“ gegründet hatte und seitdem die Archive auf den Kopf gestellt hat, um Menden um eine weitere ausführliche Heimatgeschichte zu bereichern.
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