Einzelhändler wettert gegen Stadtplaner

Dieter Zettier, Inhaber vom Mendener Fass, schließt sein Geschäft am Südwall und zieht mit dem Laden nach Hemer. In Menden werde nichts für den Einzelhandel getan, ist sein bitteres Fazit nach mehr als 20 Jahren als Einzelhändler in der Stadt.
Dieter Zettier, Inhaber vom Mendener Fass, schließt sein Geschäft am Südwall und zieht mit dem Laden nach Hemer. In Menden werde nichts für den Einzelhandel getan, ist sein bitteres Fazit nach mehr als 20 Jahren als Einzelhändler in der Stadt.
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Was wir bereits wissen
Dieter Zettier, Inhaber vom Mendener Fass, schließt sein Geschäft am Südwall und zieht mit dem Laden nach Hemer. In Menden werde nichts für den Einzelhandel getan, ist sein bitteres Fazit nach mehr als 20 Jahren als Einzelhändler in der Stadt.

Menden..  Nach mehr als 20 Jahren als Einzelhändler in Menden, zieht Dieter Zettier vom Mendener Fass jetzt ein bitteres Fazit: Er schließt sein Feinkostgeschäft am Südwall und zieht mit dem Laden nach Hemer. „Menden muss damit aufhören, mit Innenstadtgestaltung schöner zu werden“, sagt er. „Stattdessen muss mehr für den Fachhandel getan werden.“

Schon während der Bauarbeiten rund um den Glockenteichbach hatte sich Dieter Zettier kritisch zum Projekt geäußert. Und auch jetzt sieht er für sich und sein Geschäft keinen Vorteil durch die Neugestaltung: „Man hat ein Jahr und vier Monate gebraucht, um den Bach bis zum Mühlengraben fertig zu gestalten. Wir hatten wegen der Bauarbeiten Umsatzeinbußen von bis zu 45 Prozent.“

Keine Parkplätze vor der Tür

Insbesondere die Parksituation sei nach der Umgestaltung unbefriedigend: „Der Parkplatz vor dem neuen Rathaus ist oft voll, bei vielen Veranstaltungen wie der Kirmes und Menden à la Carte wird dieser komplett gesperrt.“ Die Parkplätze am Südwall gebe es jetzt nicht mehr, die Bauarbeiten hätten zu einem „Riesen-Chaos“ vor dem Geschäft geführt. Menden müsse aufhören „Kirmesstadt“ zu sein, kritisiert er die Planer in der Stadtverwaltung: „Mit den Aktionen in der Stadt werden Party- und Kirmesleute angesprochen, der kaufende Kunde hat keine Anreize mehr. Wir müssen Einkaufsstadt werden.“ Stadtgestaltung wie Palmen brächten nichts, „wenn man die ganzen Leerstände sieht“. Aber auch die Politiker zieht Zettier in seine Kritik mit ein: „Sie interessieren sich nicht für den Einzelhandel“, sagt er.

Von einer Fußgängerzone hält der Einzelhändler nichts: „Man braucht eine Straße, durch die Kunden langsam fahren können, mit Parkbuchten an den Seiten. „Die Kunden wollen nicht weit zum Geschäft gehen, selbst die Parkplätze am neuen Bahnhofsgelände sind zu weit“, ist der Feinkostgeschäft-Inhaber überzeugt.

In Hemer habe er bereits mehrere Ladenlokal-Angebote bekommen: mit kostenlosen Parkplätzen vor der Tür. „Und die Kunden werden nicht wie die Kaninchen mit Knöllchen gejagt.“ Wann letzter Öffnungstag in Menden ist, stehe noch nicht fest: Derzeit steht Dieter Zettier in Planungen mit Hemeraner Vermietern von Ladenlokalen.