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Einladung zur Nachfolge in Zeiten leerer Kirchen

24.01.2015 | 00:11 Uhr

Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen“ (Mt 1,17), so hören wir Jesus in den Texten des heutigen Sonntagsevangeliums sprechen. Was für ein großes Wort in einer Zeit von immer leerer werdenden Kirchen und Pfarrheimen sowie einer vielfach großen Ernüchterung in der pastoralen Arbeit vor Ort.

Unser Erzbistum Paderborn hat sich in den letzten 10 Jahren in unterschiedlichsten Gremien und Strukturen intensiv mit diesen Tatsachen auseinandergesetzt. Als Ergebnis wurde das „Zukunftsbild des Erzbistums Paderborn“ am 25. Oktober 2014 in einem Diözesanen Forum vorgestellt und von Erzbischof Hans-Josef Becker in Kraft gesetzt. Im Mittelpunkt dieses Zukunftsbildes steht die zentrale Frage: „Wie kann das Evangelium Jesu Christi heute verkündet werden?“. Schonungslos und offen stellt sich das Papier den Gegebenheiten der Gegenwart. Das Gefühl der Verunsicherung und Ratlosigkeit von Haupt- und Ehrenamtlichen, die Sorge um die Weitergabe des Glaubens, sowie der beispiellose Traditionsabbruch in Kirche und Gesellschaft zeugen beispielhaft von den Nöten der Kirche in der heutigen Zeit.

Dabei zeigt sich: Das Vertrauen auf Jesus Christus ist, damals wie heute, die Basis für den Glauben und unser kirchliches Handeln. Vor 2000 Jahren waren es die Fischer am See von Galiläa, die ihre Familien, ihre Heimat und ihre berufliche Sicherheit verlassen haben, um den Menschen die Frohe Botschaft von Gottes Liebe und seiner Gegenwart zu vermitteln. Heute heißt dies für uns, gewohnte und liebgewonnene Gemeindemodelle und pastorales Handeln zu hinterfragen, welches uns lieb und teuer, ja vielleicht sogar vielfach heimatlich und familiär geworden ist. Das Zukunftsbild ruft uns sogar auf, die Aktivitäten in unseren Gebäuden zu hinterfragen und neue „pastorale Orte“ bei den Menschen zu suchen. „Wenn Gott keinem Menschen fern ist, dann auch keiner Lebenswelt.

Daraus folgt eine Bereitschaft, auch an unbekannten, ungewohnten oder fremden Orten pastorale Gelegenheiten zu entdecken im Vertrauen darauf, dass Gott immer schon dort ist.“ (Zukunftsbild S.92)

So wie die Fischer im Evangelium dem Ruf Jesu gefolgt sind und dadurch ihre Berufung gefunden haben, benötigt eine moderne Kirche eine Aufmerksamkeit für die Berufungen und Charismen aller Gläubigen. „Das …Zukunftsbild greift das biblische Verständnis auf und geht von der Grundannahme aus, dass jeder Mensch von Gott gerufen und berufen ist.“ (S. 36)

Die Jünger erlebten in Jesu Hinwendung zu den Kranken, Schwachen und Ausgestoßenen das Heilstiftende und Heilmachende der Frohen Botschaft vom Reich Gottes. Deshalb gilt es für uns als Kirche gerade hier unsere Begabungen zu investieren und präsent zu sein. „Denn im ernsthaften Dienst an armen und bedürftigen Menschen erweist sich die Echtheit des Glaubens und der Liebe.“ (S. 93)

Das Zukunftsbild der Kirche erwartet nicht, wie das Evangelium der Berufung der ersten Jünger, dass wir unsere Heimat, unsere Familien und unseren Beruf verlassen. Aber es erwartet eine Beweglichkeit und Offenheit, einen Aufbruch in der Zuwendung zu den Menschen - gerade der Notleidenden und Hilfebedürftigen.

Grundlage dafür ist, genau wie bei den ersten Jüngern am See von Galiläa, vertrauend dem Ruf Jesu zu folgen: „Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.“
Heiner Redeker Gemeindereferent

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2015-01-24 00:11
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