Einkaufsparadies zwischen Kaffee und Kuchen

Fröndenberg..  Im Allee-Café sitzen die Senioren an den Tischen und schauen neugierig Richtung Eingang. Anders als sonst reiht sich dort Schuhregal an Schuhregal. Ein Einkaufsparadies mitten in einem Café? Für rund zwei Stunden wurde das dank Ina Becker Wirklichkeit. Die Frau aus Letmathe hatte gestern mit ihrem mobilen Seniorenschuhverkauf „Tritt-Fest“ in Fröndenberg Station gemacht. Eine ungewöhnliche Premiere im Allee-Café.

Als es endlich losgeht, gibt es bei den gut ein Dutzend Senioren kein Halten mehr. Rund 500 Paar Schuhe laden in den mobilen Regalen zum Stöbern ein. Auch wenn das Angebot für Damen deutlich im Vordergrund steht, können auch Männer fündig werden. Mittendrin im Geschehen steht Ina Becker mit Rat und Tat zur Seite, hilft hier beim Anpassen und sucht dort ein Modell auch in einer anderen Farbe heraus.

Sonst ist sie mit dem mobilen Schuhgeschäft in Senioreneinrichtungen unterwegs – sie deckt 970 Altenheime ab, von Hamburg bis München. Das geht schon seit zehn Jahren so.

Es sei ein lohnendes Geschäft, denn geeignetes Schuhwerk für Senioren müsse besonderen Anforderungen genügen, die sich nicht unbedingt in jedem Schuhgeschäft finden ließen. Füße älterer Menschen seinen dicker, hätten oftmals Deformationen an den Ballen und Zehen. Mit ihrem mobilen Verkauf, der sich ganz speziell an Senioren richtet, könne sie viel zielgerichteter dieses Angebot bedienen.

Seniorenbeauftragte vermittelt

Nun also durch die Nähe zu Letmathe beim selbsterklärten „Heimspiel“ in Fröndenberg. Vermittelt wurde der Termin durch die Seniorenbeauftragte Birgit Mescher. Café-Inhaberin Sabine Banaczak zeigte sich hocherfreut. „Dadurch, dass wir in Fröndenberg kein Schuhgeschäft mehr haben, ist das ein sinnvolles Angebot.“ Der rege Zulauf der Senioren trotz tropischer Hitze draußen vor dem Café schien ihr Recht zu geben. Banaczak hofft nun, die Aktion etablieren und bald nach Möglichkeit viermal jährlich anbieten zu können. Die Senioren zeigten sich schon jetzt hellauf begeistert. Ruth Büttinghaus und Helga Berg reisten sogar extra aus Menden an. „Eigentlich gibt es in Menden ja viele Schuhgeschäfte“, sagt Ruth Büttinghaus. Freundin Helga Berg ergänzt: „Aber wir gehen sehr gerne ins Allee Café. Hier kann man viel entspannter nach den richtigen Schuhen suchen.“

Und sie in Ruhe ausprobieren. „Lassen Sie sie ruhig ein bisschen an, um zu sehen, wie sie passen“, rät Ina Becker der Mendenerin Büttinghaus, die sich auf den ersten Blick in ein blaues Paar Sportschuhe verliebt hat. Dadurch, dass Füße älterer Menschen oft anschwellen, sei es immer besser, Schuhe länger als fünf Minuten anzuziehen, um zu sehen, ob sie auch wirklich nicht drücken. Ruth Büttinghaus lehnt sich entspannt zurück und schiebt sich erst einmal lachend ein Stück Kuchen in den Mund.