Einigung im Hangstreit möglich

Fröndenberg..  Manchmal ist des Rätsels Lösung einfacher als gedacht: Im Streit zwischen der Stadt Fröndenberg und Familie Tönnesmann um den gestutzten Hang an der Straße Westfeld sieht es derzeit so aus, als habe die Stadt tatsächlich aus Versehen nicht nur ihr eigenes Grundstück nebenan bearbeitet, sondern auch den Hang der Tönnesmanns. Endgültige Klarheit soll ein Ortstermin in der kommenden Woche bringen, zu dem auch Fachbereichsleiter Martin Kramme vor Ort erscheinen will.

Links oder rechts der Treppe?

Wie berichtet, hatte Kramme zuletzt noch von nur einem einzigen Haselnussstrauch gesprochen, der versehentlich mitgekürzt worden sei. Dafür hatte er auch um Entschuldigung gebeten.

Peter und Edith Tönnesmann zeigten der WP jetzt, was es aus ihrer Sicht mit den unterschiedlichen Angaben auf sich hat. Tatsächlich ist der Hang am Westfeld durch einen steinernen Treppenaufgang zum Grundstück der Anlieger praktisch zweigeteilt. Rechterhand liegt laut Flurplan der Grünstreifen der Stadt, und zwischen dem Grenzstein und der Treppe steht ein zurückgeschnittener Nussstrauch. Nur: Links von der Treppe geht es noch rund 20 Meter weiter, und auch hier ist kräftig eingeschnitten worden. Dass es sich dabei um Grund und Boden der Familie handelt, belegt ein Plan der Stadt Fröndenberg. Demnach wurde der Bereich noch 1998 genau vermessen, und das betreffende Flurstück gehört den Tönnesmanns.

Ist dieser Plan korrekt, werde man auch den Gemeindeversicherungsverband darüber informieren, dass der Familie sehr wohl ein Schaden entstanden ist, der zu regulieren sei, erklärte Martin Kramme. Die ihm zuletzt vorliegende Sachlage – mit dem womöglich falschen Grundstück – hatte den Verwaltungsmann zuletzt veranlasst, sic hinter die Position des städtischen Versicherers zu stellen. Der Gemeindeversicherungsverband (GVV) hatte argumentiert, dass nur der eine Strauch aus Gründen der Verkehrssicherung auf den Stock zurückgesetzt worden sei. Folglich sei den Tönnesmanns kein messbarer Schaden entstanden, denn die Pflanze werde wieder nachwachsen. Eine Regulierung werde somit abgelehnt.

„Wäre es nur dieser eine Strauch gewesen, hätte ich auch gar nichts gesagt“, erklärte Peter Tönnesmann an Ort und Stelle der WP. Und erst recht hätte er wohl kaum den Vorschlag gemacht, als Wiedergutmachung einen günstigen Zaun als Sichtschutz für sein nunmehr von der Straße aus gut einsehbares Grundstück zu ziehen. „Den hätte man ja um den Busch wickeln müssen“, schmunzelt der Diplom-Ingenieur.

Zaun könnte Lösung bieten

Laut einem Kostenvoranschlag würde der Zaun 2000 Euro kosten, wovon die Hälfte allerdings Arbeitslohn wäre, den die Stadt durch Einsatz eigener Kräfte noch deutlich senken könne, sieht Tönnesmann seinen Vorschlag nach wie vor als fair an. Angesichts der schlichten Verwechslung der Grundstücke seien auch die Äußerungen Krammes nachvollziehbar gewesen: Alles, was er gesagt habe, treffe auf den anderen Streifen ja tatsächlich zu. Gewünscht hätte sich Tönnesmann, dass die Stadt auf seinen Protest gegen die Maßnahme eher reagiert hätte. Das habe auch mit Bürgernähe zu tun.