Einfarbige Räume, geometrische Körper, gesichtslose Figuren

Fröndenberg..  Einst zog er von Fröndenberg aus, um die internationale Kunstwelt zu erobern. Patrick Lemke kommt aber immer wieder und häufiger, als man denkt, zurück. Seine farben- und formenreichen Bilder bleiben nun einen Monat lang dauerhaft hier.

Zahlreiche Besucher

Denn der Fröndenberger Kunstverein, der sein temporäres Quartier als Kunstladen in einem Leerstand in der Alleestraße bezogen hat, gibt den Bildern dort mit einer Ausstellung unter dem Titel „Theory of Light“ bis Mitte Februar ein Zuhause. Am Sonntagvormittag fand die Vernissage vor zahlreichen Besuchern und auch dem einen oder anderen alten Freund und Bekannten statt. Schließlich wuchs Patrick Lemke, der in Montreal zur Welt kam, in Fröndenberg auf, bevor ihn das Studium nach Düsseldorf und Berlin und die Kunst schließlich zu zahllosen Engagements und Ausstellungen in die ganze Welt zog.

Heute lebt und arbeitet er in Berlin. „Dort habe ich vielen Leuten die Alleestraße hier in Fröndenberg als Champs-Élysées Westfalens bekannt gemacht“, berichtete er mit einem Augenzwinkern aus seinem Leben in der Bundeshauptstadt. „Und ich komme immer noch recht häufig und gern in meine alte Heimat zurück“, so Lemke weiter.

Kontakt zum Kunstverein

Der Kontakt zum Fröndenberger Kunstverein war da natürlich nur noch Formsache. Bis zum 15. Februar stellt der nun im Kunstladen 23 Werke Lemkes, zum allergrößten Teil Öl und Lack auf Leinwand, aus. In ihnen entwirft der Ex(il)-Fröndenberger weite, meist von einer Farbe bestimmte Räume, in welche dann kontrastierend einfache geometrische Körper und Linien sowie einfarbige Zeichnungen gesichtsloser, menschlicher Figuren eingefügt werden. Raum- und Größenproportionen werden in diesen Werken verwischt, die Frage des Verhältnisses zwischen dem offenen Raum und den Figuren in verschiedenen Positionen oder Tätigkeiten bleibt unbeantwortet.

Außerordentlich große Leinwände

Unbeantwortet ließ Patrick Lemke hingegen nicht die Fragen, die ihm Peter Trautner vom Kunstverein vor den Gästen am Sonntag stellte. So berichtete der Künstler von seinem Lehrer und Förderer, dem ebenfalls mit Fröndenberg verbundenen Markus Lüppertz und von dessen, manchmal mehr als nur verbal ausgetragenen Konflikten in der Düsseldorfer Kunstszene unter anderem mit Gerhard Richter. Um den Farbräumen entsprechend Platz zur Geltung zu geben, sind manche der Leinwände außerordentlich groß, das größte „Interieur of light“ mehrere Quadratmeter. Norbert Muczka verleitete das zu der Bemerkung: „Dafür muss man das passende Zimmer schon entsprechend bauen.“

Gleichzeitig erinnerte er sich an eine über zehn Jahre zurückliegende erste Ausstellung Lemkes in der Ruhrstadt, seinerzeit in der Kettenschmiede. „Theory of Light“ ist nun bis einschließlich 15. Februar zu sehen während der regulären Öffnungszeiten des Kunstladens samstags und sonntags jeweils von elf bis 15 Uhr.

Am kommenden Freitag, 23. Januar, führt Patrick Lemke ab 19 Uhr selbst durch die Ausstellung und gibt Einblicke in seine persönliche Geschichte und Aussage der Werke.