Einer der letzten alteingesessenen Bäcker schließt

Regina und Heinrich-Wilhelm Hollmann.
Regina und Heinrich-Wilhelm Hollmann.
Foto: WP

Menden..  In ihrem 146. Jahr des Bestehens schließt die Bäckerei und Konditorei Hollmann für immer ihre Türen. „Aus Altersgründen“, sagt Regina Hollmann (60). Ihr Mann, Bäckermeister Heinrich-Wilhelm Hollmann, ist 65.

Einen Nachfolger zu finden, wäre schwierig gewesen. „Unsere beiden Kinder haben andere Interessen, sie sollen das machen, was sie möchten“, sagt Regina Hollmann. Und andere Interessierte, die Lust haben, einen Bäckerei- und Konditoreibetrieb zu übernehmen, gebe es nicht. „Viele möchten heute nicht mehr handwerklich arbeiten“, vermutet Regina Hollmann.

Kunden in dritter Generation

Am Samstag ist letzter Öffnungstag. Viele Kunden seien „geschockt“ von der Geschäftsschließung gewesen. Denn viele Mendener Familien, die im Geschäft an der Kirchstraße Brot, Brötchen und Kuchen eingekauft haben, sind schon in zweiter oder dritter Generation Kunden.

1869 ist die Backstube von Heinrich-Wilhelm Hollmann gegründet worden. Dann führten der Großvater Franz-Wilhelm und Vater Franz-Wilhelm Hollmann das Geschäft. Bäckermeister Heinrich-Wilhelm übernahm es im Januar 1978, er führt es jetzt also in vierter Generation.

Es wird dem Ehepaar Hollmann und seinen vier Mitarbeiterinnen schwer fallen, die Bäckerei aufzugeben. Mit ihr verliert Menden auch ein Stück Heimatgeschichte. Alteingesessene Familien-Bäcker mit nur einer Filiale gibt es in Menden dann nur noch einen: Lintz in Bösperde. Denn vor rund zwei Jahren schloss auch Battenfeld in der Oberstadt.

Hollmann hat sich auf Brot spezialisiert. Im Geschäft gab es aber auch Hartgebäck und Weihnachtsplätzchen und Stollen, sowie Lebensmittel, etwa Milch, Zucker und Schokolade.

Bis Samstag steht Heinrich-Wilhelm Hollmann noch einige Stunden in der Backstube und arbeitet Bestellungen ab. Denn viele Kunden haben ihr Lieblingsbrot vorbestellt, wollen es einfrieren, damit sie noch länger etwas davon haben.