Eine Platte oder doch lieber MP3?

Menden..  Sie begleitet uns durchs Leben, macht Trauriges noch trauriger und schöne Situationen manchmal noch ein Stückchen besser: Musik. Hat man vor zehn Jahren noch ein Album mit dem besten Freund getauscht, so stößt man heute auf Lieblingslieder in Streaming-Diensten. Vier Junge-WP-Autoren erzählen, was Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Musikmedien sind.

Die Schallplatte

Das Beste an der Schallplatte ist der unvergleichlich gute Klang. Schließlich muss er nicht herunterkomprimiert werden wie bei digitalen Medien. Die Audiospuren werden noch analog aufgenommen und ins Vinyl gepresst. So wird jede musikalische Feinheit hörbar: Wenn man die Augen schließt, kommt es einem vor, als würde die Band direkt im Wohnzimmer auftreten. Das Vinyl macht die Platten aber auch empfindlich. Sie zerkratzen leicht, und jeder Kratzer ist hinterher als Knacken in der Aufnahme zu hören.

Allerdings sind nicht nur die Platten, sondern auch die Plattenspieler groß und sperrig. Sie sind also für Menschen mit Platzproblemen eher ungeeignet. Das riesige Quadratformat ist jedoch grade für Freunde des visuellen Genusses auch ein Vorteil: Ein tolles Artwork kommt auf dem bildschirmgroßen Plattencover und den Booklets viel besser zur Geltung.

Zudem verändert die Sperrigkeit der Schallplatte die Hörgewohnheiten. Es ist ein toller Moment, wenn man eine neue Platte einlegt und die Diamantnadel zum ersten Mal das Vinyl berührt. Man kann einen Vinylteller nicht mal eben so unterwegs im Auto oder Bus hören, das geht erst zu Hause. Dadurch wird Musik nicht mehr als inflationär konsumierbares Gut wahrgenommen, sondern als das, was sie ist: eines der wertvollsten Kulturgüter, die es auf der Welt gibt. Für jeden passionierten Genusshörer, Medienkunstfetischisten und alle Trödeltrullas ist die Schallplatte das perfekte Musikmedium.

Mona Dierkes

Die Kassette

Meine unübertroffene „Benjamin Blümchen“- und „Bibi und Tina“-Kassettensammlung ist leider schon etwas eingestaubt. Genauso wie die meines Vaters mit alten Aufnahmen aus dem letzten Jahrhundert von seiner damaligen Band. Eigentlich schade, denn ich erinnere mich, wie ich manche Kassetten (zum Leidwesen meiner Eltern) in Dauerschleife in meinem kleinen, roten Kassettenrekorder abgespielt habe.

Das Problem damals: Das Band verhedderte sich ab und zu, und es war eine aufwändige Arbeit alles wieder ordentlich aufzurollen, ohne etwas zu zerreißen. Das Problem heute: Es gibt kaum noch Kassettenrekorder, da alles auf CD oder MP3 ausgelegt ist. Daher sind unsere Kassettensammlungen leider nur noch nostalgische Erinnerungen und werden wohl weiterhin etwas staubig in einem Karton verweilen.

Lisa Nückel

Die CD

Die Generation CD bin ich nicht gerade: Als Kind habe ich Dutzende von Kassetten gehört, und als ich angefangen habe Musik zu hören, waren schon bald die MP3-Player das verbreitetste Medium. Heute höre ich meine Musik zum Großteil unterwegs über Streaming-Dienste.

Doch in den vergangenen Jahre habe ich die CD vor allem aufgrund von Hörbüchern für mich entdeckt. In der Küche, im Bad, im Auto, zumindest CD-Spieler haben die meisten Radiogeräte noch. Doch in einigen Jahren werden sie vermutlich ebenso von den Anschlusskabel für Smartphones verdrängt worden sein wie einst die Kassettenfächer.

Dabei hat die CD-Sammlung meiner Eltern auch etwas für sich, im Vergleich zur Digitalen-Musiksammlung. Ein wenig so wie bei den E-Books. Man kann sie anschauen und anfassen, und es sind vor allem nicht solche Massen wie bei der Musik in Internet.

Lara Pickener

Das MP3

Als ich jünger war, habe ich eigentlich immer Kassetten und CDs gehört. Seitdem ich allerdings zum Großteil nur noch Musik höre, finde ich es einfach viel praktischer, Musik über den MP3-Player anzuhören. Man kann einfach gekaufte Musik, CDs oder aus dem Internet, auf diese laden und dann jederzeit unterwegs Musik hören. Außerdem kann man mit Kopfhörern auch in der Bahn, im Bus leise Musik hören, und niemand wird dadurch gestört. Wenn man jedoch nicht auf den Akku achtet, wird man unterwegs böse überrascht, falls der MP3-Player mal leer ist.

Meiner Meinung nach ist der MP3-Player einfach am praktischsten, weil man mit ihm auch unterwegs hören und auch mehrere Alben durcheinander hören kann.

Justus Widmann