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Ein Versuch, die eigene Biografie zu ändern

26.12.2010 | 19:59 Uhr
Ein Versuch, die eigene Biografie zu ändern
Scaramouche Weihnachtsinszenierung "Ein Spiel" von Max Frisch

Menden.Eis und Schnee konnten Fans des Scaramouche am Samstag nicht davon abhalten, die Premiere der neuen Inszenierung „Biografie: Ein Spiel“ zu besuchen.

Das von Autor Max Frisch als Komödie bezeichnete Stück beschäftigt sich mit Möglichkeit oder Unmöglichkeit des Menschen, die eigene Identität zu ändern. Doch das Stück ist nicht bloß zum Lachen, es regt auch sehr zum Nachdenken an. Tom Hanks sagte einst als Forrest Gump im Kino: „Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen, man weiß nie, was man bekommt“. Doch was wäre, wenn man genau wüsste, was man im Leben zu erwarten hat?

Verhaltensforscher Professor Hannes Kürmann hat die Chance, seine Biografie zu ändern. Hin und her gerissen, wo er ansetzen soll, durchlebt er die verschiedensten absurden, tragischen und witzigen Situationen seiner Vergangenheit. Doch es scheint unwichtig zu sein, was er alles ändert, am Ende kann er eigentlich nur verlieren. Oder doch nicht?

Mit nur sieben Darstellern, wobei die Nebendarsteller alle gleich mehrere Rollen übernehmen, erzählt Regisseurin Kirsten Ullrich-Klostermann die tragisch-komische Geschichte eines Mannes, der die ihm gegebenen Chancen nicht richtig zu nutzen weiß. Hannes Kürmann (Udo Joest) ist bald mit der ganzen Situation überfordert. Die so genannten Spielleiter (großartig versnobt: Martina Wandel und Ansgar Schwarzkopf) mischen sich nicht ein, wissen aber so manchen Gedankengang des Professors für sich zu nutzen. Die eigentlichen Helden des Schauspiels sind aber die Nebendarsteller Antje Menken, Gilbert Glowik und Teresa Miller. Sie beginnen als Assistenten der Firma, die das Umschreiben der Kürmannschen Biografie erledigen soll, schlüpfen aber immer wieder in andere kleine Rollen. Allen voran Gilbert Glowik, der acht Charaktere verkörpert.

Das zweieinhalbstündige Schauspiel hinterlässt viele Fragen, unterhält aber auch ungemein. Allein die erste Szene mit Professor Kürmann und seiner zweiten Ehefrau Antoinette (Maria Schneider) liefert den Beweis, dass Menschen grundsätzlich an maßloser Selbstüberschätzung leiden. Die absurden Dialoge sind zum Brüllen lustig.

Weitere Aufführungen von „Biografie: Ein Spiel“ sind für den 7., 8., 14. und 15. Januar geplant. Karten gibt es bei Daub, Kissing, Die Rille und Café Echt.

Laura Oswald-Jüttner

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