Ein Tanztempel funktioniert auch als Empfangshalle der Stadt

Jahresempfang der Stadt Menden im Schmelzwerk.
Jahresempfang der Stadt Menden im Schmelzwerk.
Foto: WP

Menden..  Normalerweise tanzen und schwitzen hier die Massen. Aber am Sonntagnachmittag stehen die Gäste still und lauschen. Mit dem Stadtempfang in der Partyhalle Schmelzwerk wagt die Verwaltung einen Schritt weg vom förmlichen Ambiente der Wilhelmshöhe, hin zu einem rustikaleren Rahmen. Rund 300 Gäste gehen diesen Schritt mit.

Stadtempfang – das ist ein Pflichttermin für Vertreter aus Politik und Rathaus, aus Unternehmen, Vereinen und Bildungseinrichtungen. Doch auch Otto-Normal-Mendener kommen. Es spielt zwar kein Musikensembles, doch es gibt Sekt und Snacks. Und Redner mit viel Informationen im Gepäck. Um viertel nach Vier tritt mit Bürgermeister Volker Fleige der erste ans Mikro, Stadtwerke-Chef Bernd Reichelt beschließt die Rednerliste 90 Minuten später. Dazwischen stellt Marie Ting von der Südwestfalen-Agentur die Vorzüge der Region vor und Ex-Vizekanzler Franz Müntefering wirbt für ein Miteinander der Städte und Generationen („Stadtmauern gibt es nicht mehr, man kann sich nicht mehr dahinter verstecken“). Als Mendens Kämmerer Uwe Siemonsmeier den SPD-Politiker zur Abreise zum Bahnhof chauffiert, verlassen auch viele Gäste das Schmelzwerk wieder.

Das Motto des Nachmittags lautet „Menden unsere Zukunft. Entwicklung von Wirtschaft, Energie und Bürgergesellschaft“. Unter diesem Leitsatz blicken Marie Ting und Franz Müntefering eher über Mendens Stadtgrenzen hinaus. Bürgermeister Fleige hingegen listet auf, wie Menden in den zurückliegenden Jahren den „Modernisierungsstau“ überwunden habe: der Bahnhof und der alte Rathausplatz sind neu gestaltet, die Schulen neu sortiert, ein weiteres Gewerbegebiet, der Glockenteichbach und das Nordwall-Center sind auf gutem Wege. Die Mendener sollten diese guten Entwicklungen weitererzählen und mitmachen. „Es möge ein Aufbruch von diesem Tag ausgehen“, wünscht er sich.

Der Stadtempfang soll „reisen“

Dass rund 300 Gäste seinen Appell hören, empfindet Fleige als Erfolg. „Ich bin begeistert über den Besuch“, sagt er gegen Ende des Empfangs. Er räumt aber ein: „Der unterhaltsame Teil ist zu kurz gekommen.“ Trotzdem habe der Versuch, Bürger einzuladen, zum ersten Mal auch dank des Veranstaltungsortes funktioniert. Deshalb solle der Stadtempfang in den nächsten Jahren weiter zu ungewöhnlichen Veranstaltungsorten „reisen“.