Ein Tag umzugsfrei für die Rathaus-Bediensteten

Personalchef Wolfgang Lück (rechts), hier mit Marion Klein, schickt seine Mitarbeiter zum Überstunden-Abbauen.
Personalchef Wolfgang Lück (rechts), hier mit Marion Klein, schickt seine Mitarbeiter zum Überstunden-Abbauen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Diesen Brückentag werden die Rathaus-Bediensteten so schnell nicht vergessen.Während es in vielen Unternehmen vor den langen Wochenenden unter den Beschäftigten Grabenkriege gibt, sieht das bei der Mendener Stadtverwaltung ganz anders aus.

Menden..  Diesen Brückentag werden die Rathaus-Bediensteten so schnell nicht vergessen. Während es in vielen Unternehmen vor den langen Wochenenden unter den Beschäftigten Grabenkriege gibt, sieht das bei der Mendener Stadtverwaltung ganz anders aus. Viele Bedienstete werden am Freitag Urlaub nehmen oder Überstunden abfeiern müssen(!), weil sie am Arbeitsplatz kaum handlungsfähig wären. Verkehrte Welt?

Die Kommunale Datenverarbeitungszentrale (KDVZ/Citkomm) schaltet wegen eines Umzugs alle Systeme ab. Die meisten Computer im Rathaus werden nach Lage der Dinge am Freitag nicht funktionieren, weil viele Daten zentral auf den Rechnern in Iserlohn gespeichert sind. Die KDVZ zieht nach Siegen um.

Wegen des Ausfalls hat Rathaus-Personalchef Wolfgang Lück entschieden: „Wenn wir schon dem Bürger den gewohnten Service nicht bieten können, lassen wir es ganz und schließen.“

Wolfgang Lück erläutert es am Beispiel Mendener Bürgerbüro und Bücherei: „Da spielt sich ein wesentlicher Teil der Arbeit mit derart vielen Online-Daten ab, dass es ohne Zugriff auf das Internet einfach nicht geht.“ Zwar wird ein großer Teil der städtischen Bediensteten am Freitag nicht zur Arbeit erscheinen, regelrecht in Zwangsurlaub wird die Mannschaft jedoch nicht geschickt. Wolfgang Lück: „Selbstverständlich hält das Standesamt auch weiterhin seine Angebote vor. Das gilt für gesetzlich vorgeschriebene Beurkundungen, aber auch für längst vereinbarte Trauungstermine.“

Mancher arbeitet ohne Netz

Etliche Mitarbeiter dürften sich Freitag trotzdem im Rathaus einfinden, um auch ohne Netzanbindung zu arbeiten. Das in den Amtsstuben installierte Microsoft Office sollte funktionieren. Zudem ist Lück sicher: „Es werden sich auch Kollegen am Arbeitsplatz einfinden, die gern größere Sachen abarbeiten wollen, für die sie kein Internet brauchen.“

Jeweils Samstag und Sonntag halten sich städtische Experten bereit, um zu prüfen, ob alle Programme nach dem Umzug in wünschenswerter Weise laufen. Lück: „Ich denke, dass am Montag alles wieder reibungslos funktioniert.“ Und wie hält es der Personalchef am langen Wochenende in eigener Sache? „Ich gehe arbeiten.“