Ein Menden, in dem sich alle zu Hause fühlen

Die Lange Nacht der Kulturen am Wochenende in Menden
Die Lange Nacht der Kulturen am Wochenende in Menden
Foto: WP

Menden..  Kaum zu glauben, dass schon wieder zwei Jahre seit der letzten Langen Nacht der Kulturen vergangen sind. Aber warum eigentlich Nacht? Das Programm lief am Samstag von 16.30 Uhr bis ca. 23 Uhr, da war die Nacht noch jung.

Das Gebiet rund um Rathaus und St.-Vincenz-Kirche verwandelte sich bereits zum achten Mal in einen Schmelztiegel aus Musik, Tanz, Information, Party, Spiel und Kulinarischem. Menden erlebte einmal mehr ein harmonisches Fest, bei dem sich die verschiedenen in Menden lebenden Kulturen näher kamen.

Miteinander leben, einander achten

Während in der Kirche noch die Firmlinge den Segen erhielten, eröffnete Bürgermeister Volker Fleige gemeinsam mit Vertretern mehrerer Religionen die Kulturnacht. Pfarrer Matthias Hoffmann aus Lendringsen bat als Vertreter der Evangelischen Kirchengemeinde Menden um „Gottes Segen für alle Menschen dieser Stadt. Möge Gott uns das Menden vor Augen malen, in dem sich alle zu Hause fühlen“. Dies hätte auch das Motto der Nacht der Kulturen sein können, denn genau darum soll es gehen: miteinander zu leben und einander zu verstehen und zu achten. Und so schlossen sich auch die Redner der anderen Religionen an. Mevlid Büber, Hoca der Türkisch-Islamischen Gemeinde Menden, betete mit den Menschen und sagte, er sei Allah dankbar, „dass wir uns in Menden zu Hause fühlen“.

Stellung bezogen gegen Terrorakte

Bülent Aldede und Murat Güneser vom Alevitischen Kulturverein bezogen klar Stellung gegen die Terrorakte des IS und machten deutlich, dass Gewalt in ihrer Gemeinde keinen Platz hat. Dass die Nacht der Kulturen eine großartige Veranstaltung zur Völkerverständigung ist, darüber waren sich alle einig.

Bodo Schulte und sein Alter Ego Bauer Klemens Schulte-Vierkötter moderierten auch dieses Jahr wieder scharfzüngig, witzig und liebenswert. Mendens berühmtester Landwirt wollte denn auch am Samstag die „SAUGIDA“ gründen: die Bewegung „Sauerländer gegen idiotische, deutschtümelnde Arschlöcher“. Eine sehr gute Idee, die die Menschen begeistert aufnahmen. Ob dies allerdings offiziell gemacht wurde, konnte bis Redaktionsschluss nicht geklärt werden.

Auf der Bühne gaben sich die unterschiedlichsten Künstler die Klinke in die Hand. Während die Trommelgruppe der Klasse 10 b der Hauptschule Am Gelben Morgen unter Leitung von Ulf Hesse mit ihren afrikanischen Trommeln die Sonne herbei trommelte, legten sich langsam die verschiedenen Aromen der Imbissstände über die Innenstadt. Die Griechische und die Türkischen Gemeinden bereiteten wieder mediterrane Köstlichkeiten zu, die reißenden Absatz fanden. Eine Cocktailbar vom Placida-Viel-Berufskolleg sorgte für ein bisschen karibischen Flair.

Hip-Hop und Streetdance

Hip-Hop und Streetdance begeisterten die Gäste ebenso wie eine Bauchtanz-Performance von Monakira Tanz Oase aus Balve. Serhat Tilkidag aus Schwerte stellte seine Saz vor, eine Langhalslaute, die vom Balkan bis Afghanistan verbreitet ist. Laut und fetzig wurde es mit „Picada“, der Sambaband der städtischen Musikschule. Und weil das Publikum gerade so schön auf Samba eingestimmt war, folgte Ibrahim Kenar mit seiner Show aus Latino- und Flamenco-Rhythmen.

Die Stimmung war riesig, die Besucher fühlten sich wohl, kamen ins Gespräch. Als nach Einbruch der Dunkelheit „Fire4you“ mit ihrer spektakulären Feuershow die Lange Nacht der Kulturen beschlossen, wurden bereits Stimmen laut, die sich auf die nächste Veranstaltung in zwei Jahren freuen.