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Senatorenchor

„Ein Lied“ wird DAS Lied im Karneval

03.02.2012 | 20:07 Uhr
„Ein Lied“ wird DAS Lied im Karneval
Foto: Martina Dinslage

Menden.Sie sind sich absolut sicher, die Sängerinnen und Sänger des Senatorenchors: „Ein Lied“ wird DAS Lied im Mendener Karneval. Denn die Eigenkomposition hat eine Vorgeschichte, die die närrischen Barden zu Höchstleistungen anstachelt.

„Wir hatten schon die Gage verteilt“, sagt Hans Stromenger, der Vorsitzende des Senatorenclubs, augenzwinkernd. „Und die Auslandsauftritte waren fest eingeplant.“ Doch dann wurde vorerst nichts aus dem großen Erfolg für den Senatorenchor.

Dabei hatte sich die Truppe einiges ausgerechnet, als sie ihr Lied „Schuld ist nur der Karneval“ beim närrischen Schlagerwettbewerb des „Bundes Westfälischer Karneval“ eingereicht hatte. Eine recht aufwändige Eigenkomposition mit viel Text und ausgeklügelter Melodie. Sie waren sogar extra ins Tonstudio in der Firma von Klaus Dambachmayr, dem Vorsitzenden der Mendener Karnevalsgesellschaft (MKG) Kornblumenblau, gegangen und hatten mitten im Sommer das Lied auf CD aufgenommen.

Erster, zweiter oder dritter Platz – das war ursprünglich die Frage. Doch dann kam der Antwortbrief der Jury, der eigentlich nur eine gute Nachricht enthielt: Der Mendener Senatorenchor hatte nicht den letzten Platz belegt, sondern den 25. – von insgesamt 28 Teilnehmern.

Und was macht eine echt närrische Truppe daraus? Einen Riesenspaß. Chef-Musiker Thomas Hagemann setzte sich hin und komponierte in Windeseile eine neues Lied, und zwar „Das Lied“. Einfache Melodie, einfacher Text, ein Karnevalshit, bei dem man in wenigen Sekunden mitsingen kann. Der Refrain lautet nämlich ganz schlicht und einfach: „Das ist ein Lied, ein Lied, für den Karneval...“. Und in den Strophen nehmen sich die Senatoren selbst auf die Schippe: „Wir sind beim Casting durchgekracht. Wir haben alles falsch gemacht. Text und Noten komponiert. Das war viel zu kompliziert. So ein Lied muss einfach sein. Sonst sagt jede Jury Nein. Viel Blabla will kleiner hör`n. Weil Texte nur beim Schunkeln stör’n.“

Die ersten Tests vor kleinem Publikum waren schon ein großer Erfolg – Zugaben wurden gewünscht. Am kommenden Samstag, 4. Februar, gibt es die erste große Feuerprobe beim großen MKG-Tanzabend auf der Wilhelmshöhe (Einlass 18.11 Uhr).

Dann präsentiert der Senatorenchor, der nach einer kleinen Pause seit dem Jahr 2007 wieder aktiver ist als je zuvor, auch noch mehr von seinem Können. In der 2012-er-Version des Senatoren-Klassiker-Lieds „Durch Menden fließt die Hönne“ wird die aktuelle Mendener Politik bissig besungen: Ob Bahnhof, Sparpaket oder Alter Rathausplatz – nichts wird ausgelassen. Und auch soviel sei verraten: Der Senatorenchor ist top-aktuell und hat auch die „Bömkes-Affäre“ musikalisch in einem eigenen Lied verarbeitet – also die Gefahr, dass es wegen teurer Sicherheitsauflagen weniger Bonbons beim Mendener Karnevalszug gibt: „Ohne Bömkes gibt es keinen Zuch!“

Die Senatoren helfen aber auch praktisch: 250 Euro haben sie der MKG-Kinderabteilung gespendet, damit die kleinen Narren genug „Bömkes“ werfen können.

Michael Koch

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