Ein Leben hinter dem Lenkrad

Menden - Busfahrer Heinrich Schürmann geht in Ruhestand im Altmühltal mit Hl.Kreuz-Radfahrern im Himmelbett Foto: Martina Dinslage
Menden - Busfahrer Heinrich Schürmann geht in Ruhestand im Altmühltal mit Hl.Kreuz-Radfahrern im Himmelbett Foto: Martina Dinslage
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Menden..  Er hat Generationen von Kindern morgens zur Schule und mittags wieder nach Hause gebracht. Jetzt hat er zum letzten Mal den Zündschlüssel seines Busses rumgedreht. Heinrich (Heinz) Schürmann geht nach 40 Jahren als Busfahrer in den Ruhestand.

In sein Berufsleben gestartet ist der 64-Jährige mit einer Elektrowickler-Lehre. Anschließend fuhr der gebürtige Lendringser einige Jahre Lkw, unter anderem für Coca-Cola, dann wechselte er zum Busunternehmen Sauer. „Günter Sauer hat mich damals gefragt, ob ich für ihn fahren wollte“, erinnert sich Heinz Schürmann. Er wollte. Und blieb er den Rest seines Berufslebens bei dem Mendener Unternehmen.

Auf der Arbeit wie im Kurzurlaub

Ganz Europa hat er als Busfahrer kennengelernt, denn häufig hat Heinz Schürmann Reisende beispielsweise in die Schweiz, nach Griechenland, Marokko, Russland und natürlich auch quer durch Deutschland begleitet. „Das war teilweise wie ein Kurz-Urlaub“, denkt Heinz Schürmann gern an die Fahrten und die Kunden zurück. Er erinnert sich an viele Anekdoten: „Es gab auch verlorene Fahrgäste. Manchmal hat jemand in Paris oder London den Bus nicht mehr wiedergefunden.“

In den vergangenen 25 Jahren ist der 64-Jährige dann hauptsächlich als Linienbus-Fahrer eingesetzt gewesen: „Das war irgendwann dann schöner, weil ich abends verlässlich wieder zu Hause war.“

Rund 130 000 Kilometer ist er in einem Jahr mal gefahren, „in den letzten Jahren waren es meistens nur 80 000 Kilometer pro Jahr“. Im Laufe seiner Berufsjahre hat Heinz Schürmann circa vier Millionen Kilometer zurückgelegt – und war nur einmal in einen schwereren Unfall verwickelt, an dem er selbst nicht mal die Schuld trug: „Ein Motorradfahrer war wohl zu schnell unterwegs und kriegte die Kurve nicht mehr, der ist dann in meinem Bus gelandet.“ Zum Glück ging der Unfall mit Knochenbrüchen relativ glimpflich aus.

Ab jetzt nur noch Pkw

In den letzten Tagen vor seinem Ruhestand hat Heinz Schürmann noch seinen restlichen Urlaub genommen – allerdings mit Unterbrechungen. „Zweimal hat der Chef mich angerufen, damit ich für einen erkrankten Kollegen einspringen sollte“, erzählt er.

Damit ist nun – mit dem offiziellen Eintritt in den Ruhestand – Schluss. Ab jetzt lenkt Heinz Schürmann nur noch seinen privaten Pkw.