Ein gesalzenes Goodbye

Lendringsen..  Nein, sie geht nicht freudig in den Ruhestand. Das machte Dr. Gabriele Schulte-Kurteshi bei ihrem Abschied als Leiterin der Mendener Außenstelle des Hagener Rahel-Varnhagen-Kollegs am Donnerstagabend in der Lendringser Christuskirche deutlich: „Ich bin sehr wehmütig. Das war eine sehr glückliche Zeit, in der ich viel kreativen Freiraum und große Unterstützung aus der Mendener Bürgergesellschaft hatte. Dafür möchte ich allen danken.“

Die Pädagogin, die sich wohl wie keine andere für benachteiligte junge Leute in Menden einsetzte, an das Schicksal der Sinti und Roma in der Stadt erinnerte und dabei Konflikten nie aus dem Wege ging, überraschte auch an diesem Tag. Einmal durch die Auswahl der Musik im von Pfarrer Matthias Hoffmann gestalteten Gottesdienst: Die Band „salted!“ (gesalzen) rockte christliche Songs, wie es sich Gabriele Schulte vor allem für die jungen Flüchtlinge unter den rund 60 Gästen gewünscht hatte. Schüler und Ehemalige spielten dann für ihre Lehrerin eindrucksvoll Maria und Josef, die als Flüchtlinge auf Vorurteile gegenüber Zuwanderern treffen. „Die können was! Das macht mich sehr glücklich“, sagte Schulte.

Ihr zweiter Coup war der Laudator: Peter Maywald (CDU), Vorsitzender der Schulausschüsse von Kreis und Stadt. Ihn hatte sie um Worte gebeten, „weil es diese Schule ohne ihn in Menden nicht mehr gäbe“. Maywald erinnerte denn auch an fortwährende Kämpfe um Räume und die ganze Schule, als die Stadtverwaltung dem Kolleg die Kooperation aufkündigte. „Von gleichen Bildungschancen reden viele“, sagte der Laudator, „aber die Wahrheit sieht anders aus.“ Gabriele Schulte habe vielen Migranten und Spätstartern Lebenschancen gegeben: „Das war vorbildhaft und eindrucksvoll.“