Durch Europa mit dem Elektroauto

Serge Reimundez aus Paris vor dem über 100.000 Euro teuren Tesla Elektroauto.
Serge Reimundez aus Paris vor dem über 100.000 Euro teuren Tesla Elektroauto.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Niemand will dem Pariser Serge Reimundez glauben, dass es möglich ist 30 Länder Europas mit einem Elektroauto zu befahren. Auf der selbst initiierten Euro Electric Tour will er das Experiment wagen. Davon berichtet er bei einem Besuch in Menden.

Menden..  Was hat 421 PS unter der Haube, bringt mehr als 2000 Kilogramm auf die Waage, kostet mehr als 100 000 Euro und schafft es nicht durch Europa? Richtig: ein Elektroauto.

Zu beweisen, dass das Gefährt doch die Reise durch ganz Europa bewältigt, hat sich Serge Reimundez in den Kopf gesetzt und die „Euro Electric Tour“ ins Leben gerufen. In drei Monaten will er bis zu 30 Länder Europas bereisen und dabei Probleme auf den Prüfstand stellen, mit denen Besitzer von Elektroauto sich konfrontiert sehen. Damit will er Elektroautos zu einer echten Alternative machen. „Ich will zeigen, dass diese Tour mit einem Elektroauto möglich ist. Niemand will mir glauben, dass das geht.“

Ab Estland wird gezittert

Nach seinem Start in Paris am 18. Juni stand ganz am Anfang der Tour aber erst einmal ein Zwischenstopp bei seiner Cousine in Menden auf dem Plan.

Dort erzählte er von ersten wertvollen Erfahrungen, die er bei dem Trip nach Menden sammeln konnte. Denn das größte Problem steht noch, bevor auf seiner langen Reise, die ihn im September wieder zurück in die französische Hauptstadt führen soll. Denn das Elektroauto braucht Strom, verschlingt ihn regelrecht. In Mitteleuropa weniger problematisch, denn dort gibt es sogenannte Supercharger, also Stationen, an denen man binnen Minuten das Auto aufladen kann. Mit einer vollen Batterie schafft der Wagen knapp 500 Kilometer – solange man nicht zu sehr auf das Gaspedal tritt.

Sobald aber Deutschland, Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland passiert sind, geht es rüber nach Estland, durch Lettland, Litauen und Osteuropa – und da steht keine solche Ladestation.

60-mal so lange

Die Methode, mit der Serge Reimundez dann vorgehen muss: an Häuser anklopfen, freundlich fragen und Stecker in die Steckdose – und zwar über Nacht! Denn eine Aufladung mit herkömmlichem Hausstrom dauert 60-mal so lange, da nur 2 anstatt 120 Kilowatt Ladeleistung bestehen. Sollte die Rechnung aufgehen, dann hat Serge Reimundez seine Theorie bestätigt und Menden ist Teil geworden eines großen Elektroauto-Experiments.