Dreister Taxigast vor Gericht

Foto: Imago

Menden.. So dreist muss man erstmal sein: Sich ein Taxi von Menden nach Schwerte nehmen, ohne einen Cent in der Tasche oder auf dem Konto zu haben. Für diesen Betrugsfall bekam am Dienstag ein Mendener drei Monate Freiheitsstrafe. Seine Vorstrafen verhinderten eine Strafe auf Bewährung.

„Blöder und krimineller geht es nicht mehr“, sagte Richter Festersen zu dem 23-jährigen Angeklagten. Es war ein Betrug, wie er im Buche steht. Der Mendener fuhr am 10. September für 38,90 Euro mit einem Taxi von Menden nach Schwerte, ohne die Absicht, diesen Betrag zu bezahlen. „Das war eine totale Dummheit“, sagte der Angeklagte, der zugab, zu dem Zeitpunkt der Fahrt, um sechs Uhr morgens, betrunken gewesen zu sein: „Ich habe nicht nachgedacht.“ Der Richter gab ihm Recht. Vor allem hielt er dem 23-Jährigen vor, dass er seine Schulden bis zum Gerichtstermin nicht beglichen hatte. Erst vor Gericht machte er sich die Mühe, die Nummer des Taxifahrers zu erfragen.

Trotz des Geständnisses und der Geringfügigkeit des Betrugs, verhängte der Richter eine Freiheitsstrafe von drei Monaten ohne Bewährung. Grund waren die vielen Vorstrafen des Mendeners: Beleidigung, Falschaussage, Hausfriedensbruch, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Diebstahl, vorsätzliche Körperverletzung, Beleidigung, versuchter Raub, Schwarzfahren und auch mehrmaliger Betrug. Der Taxi-Betrugsfall lag sogar in der Bewährungszeit der letzten verhängten Strafe.

„Mit einer Geldstrafe ist hier nichts mehr zu machen“, sagte der Richter, „die Sozialprognose ist sehr ungünstig.“ Seine Feststellung: „Sie denken nur von 12 bis Mittag“. Und damit entließ er den Angeklagten.

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