Drei von vier Hilfesuchenden sind Jungen
19.02.2010 | 17:10 Uhr 2010-02-19T17:10:00+0100Menden. Schlechte Schulnoten, Mobbing durch Mitschüler sowie schwierige Familienverhältnisse — mit diesen Problemen von Kindern und Jugendlichen hat sich der Mendener Schulpsychologe Dr. Lorenz Huck in seinem ersten Arbeitsjahr in der Hönnestadt besonders beschäftigt.
Sein Tätigkeitsbericht führt jetzt dazu, dass der Schulausschuss die Aufstockung der 2/3-Stelle von Dr. Huck zu einer Vollzeitstelle befürwortet.
„Ich bin im 2. Schulhalbjahr an meine Grenzen gestoßen”, erklärte Dr. Huck am Donnerstag im Schulausschuss. 66 Einzelfälle meldeten sich 2009 bei ihm, wovon 21 eine längere Betreuung benötigen, so dass er die Beratung im Jahr 2010 fortführen musste. Die größte Altersgruppe unter den Ratsuchenden seien die Elf- und Zwölfjährigen. Dr. Huck: „Der Übertritt in die weiterführende Schule scheint eine besonders kritische Phase zu sein.”
Einzelberatung
Probleme hätten Schüler aus allen Schulformen, von der Grundschule über die Hauptschule bis zum Gymnasium. Auffällig ist allerdings: Auf ein hilfesuchendes Mädchen kommen drei hilfesuchende Jungen.
Und es gibt weitere Unterschiede zwischen Menden und anderen Städten. In der Hönnestadt führen viel häufiger Verhaltensauffälligkeiten zu einem Besuch beim Schulpsychologen als andernorts. Im Gegenzug spielen Leistungsprobleme wie Lese- und Rechtschreibschwächen (Legasthenie, Dyskalkulie), die in anderen Städten das Beratungsgeschehen dominieren, in Menden eine kleinere Rolle.
Die Zusammenarbeit mit den Mendener Schulen sei „ganz überwiegend konstruktiv”, so Dr. Huck. Er hofft, dass er in diesem Jahr weniger Zeit in die Einzelberatung investieren muss und sich stärker auf Informationsveranstaltungen, Klassenbesuche oder Mobbingintervention konzentrieren kann. Er bezweifelt jedoch, dass er dieses Ziel mit der bestehenden 2/3-Stelle erreichen kann.
Lehrerstunden aufsparen
Für die Politiker im Schulausschuss ist der Bericht des Schulpsychologen Grund genug, die Aufstockung seiner Stelle zu fordern. Schulrätin Annette Heinz bekräftigte im Schulausschuss diese Perspektive: „Wenn man einen guten schulpsychologischen Dienst hat, kann man an anderer Stelle viel Geld sparen.”
Fraglich ist noch, wie eine Vollzeitstelle finanziert werden könnte. Die Stadtverwaltung soll nach Möglichkeiten suchen. Vorbild könnte Fröndenberg sein: Dort wollen Schulen auf Lehrerstunden verzichten, um dadurch gemeinsam die Sozialarbeit und psychologische Beratung der Schüler zu finanzieren.
22:09
In der Hönnestadt führen viel häufiger Verhaltensauffälligkeiten zu einem Besuch beim Schulpsychologen als andernorts.
Wenn ich mal die Berichterstattung der vergangenen Monate Revue passieren lasse: Sparkasse, Hönneinsel, Bahnhof, Bürgermeisterwahl inklusive der Posse um die geeigneten Kandidaten, Zweiteilung von Pateien und das dazugehörige Hickhack, ... warum bloss beschleicht mich das Gefühl, dass es in Menden überproportional viele verhaltensgestörte ERWACHSENE geben könnte, die in der Folge verhaltensauffällige Kinder mit sich bringen?
Oder findet hier irgendjemand die Vorgänge in Menden in der Summe auch nur annähernd normal?