Dohlen-Nester werden aus Unachtsamkeit zerstört

Fröndenberg..  Die Untere Landschaftsbehörde bittet darum, bei Baumaßnahmen Rücksicht auf Dohlen zu nehmen. Immer wieder kommt es vor, dass Bruten von Dohlen bei Reparatur- und Wartungsarbeiten an Gebäuden gefährdet oder zerstört werden. Häufig sind Unkenntnis oder Unachtsamkeit der Grund.

Die Singvogelart ist auch in Fröndenberg in Gefahr. In den vergangenen Jahrzehnten gingen die Dohlenbestände rapide zurück, ohne dass die genauen Ursachen für den dramatischen Rückgang bisher im Detail bekannt sind. Eine Erholungsphase hat jedoch in den vergangenen Jahren eingesetzt, die allerdings eher auf niedrigem Niveau stagniert. Die ursprünglichen Bestandsgrößen sind zumindest im Kreis Unna längst noch nicht wieder erreicht.

Fast die Hälfte des bundesweiten Dohlenbestandes lebt in NRW. Christian Makala, Leiter der Unteren Landschaftsbehörde: „Der Schutz von Dohlen liegt nicht nur in der besonderen Verantwortung, die wir in NRW für die Art haben, sondern ist obendrein gesetzlich vorgeschrieben.“

Dohlen nisten nicht nur häufig in Nischen von Kirchtürmen, alten Fabrikgebäuden und Wohnhäusern, sondern auch in Schornsteinen. Das kann lebensgefährlich werden: Wenn sich Dohlen unbemerkt eingenistet haben, können Abgase mitunter nicht richtig abziehen. Daher empfiehlt es sich, Schornsteine mit Abdeckgittern zu versehen. Dohlen-Nester zu beseitigen, ist auch außerhalb der Brutzeit ein Verstoß gegen das Artenschutzrecht.