Doch kein Exhibitionist

Menden..  Wegen exhibitionistischer Handlungen saß der 40-Jährige gestern auf der Anklagebank. Er hatte vor drei 15-jährigen Mädchen die Hosen runter gelassen. Seine Aktion war aber wohl nicht sexuell motiviert, stellte Richter Martin Jung nach der Zeugenbefragung fest, und ließ diesen Anklagevorwurf fallen.

Die Mädchen waren im September vergangenen Jahres an einer Bushaltestelle auf den betrunkenen Mann getroffen. Der sprach die Jugendlichen an, wollte ihnen dann zeigen, wie Männer und wie Frauen zur Toilette gingen. Zur Demonstration zog er die Hose bis zu den Knien: „Wir haben uns sofort umgedreht“, sagten die Zeuginnen aus. Weil der Mann dabei seitlich stand und den Teenies nicht sein entblößtes Körperteil zeigte, galt der Tatbestand der exhibitionistischen Handlungen nicht.

Zwei weitere Vergehen

Der Angeklagte muss trotzdem eine Geldstrafe zahlen. Und zwar wegen zwei weiterer Vergehen, die gleichzeitig verhandelt wurden: Sachbeschädigung und Körperverletzung. Er war jedes Mal erheblich alkoholisiert. Im Juni hatte der 40-Jährige das Fenster einer Gaststätte mit einer Bierflasche zertrümmert. Elf Tage später schlug er eine Frau: Diese hatte den Hund des Angeklagten getreten, weil der ihren Hund angriff.

Richter Martin Jung verurteilte den 40-Jährigen zu einer Geldstrafe von 480 Euro. Die Staatsanwältin hatte eine Geldstrafe gefordert, der Verteidiger einen Freispruch.