Die Stadt wartet auf den Wahlkampf

Bürgermeister Volker Fleige steht keineswegs weit oben in der Gunst der Wähler. Nur 17 Prozent sprechen sich für ihn aus.
Bürgermeister Volker Fleige steht keineswegs weit oben in der Gunst der Wähler. Nur 17 Prozent sprechen sich für ihn aus.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Unser Bürgerbarometer liefert einen Anhaltspunkt dafür, wie Menden tickt. In Punkto Wahlkampf sieht es dabei weniger eindeutig aus, als manch einer denken mag: Nur 17 Prozent sprechen sich für den amtierenden Volker Fleige aus.

Menden..  Wenn am nächsten Sonntag Bürgermeisterwahl wäre, wen würden Sie wählen? Das fragte die WP Mitte April im repräsentativen Bürgerbarometer die Mendener. Zu diesem Zeitpunkt gab es weder den FDP-Kandidaten Stefan Weige, der am morgigen Sonntag offiziell nominiert werden soll, noch den Einzelbewerber und Rockmusiker „Tete“ Maßling, der gerade in verschiedenen Gaststätten versucht, die nötigen 240 Unterschriften für seine Kandidatur zu sammeln.

„Offenbar kein Amtsbonus“

Dennoch ist die zentrale Aussage dieses Barometers klar: Bei 20 Prozent für Martin Wächter (CDU) und 17 Prozent für den amtierenden Bürgermeister Volker Fleige (SPD) blickt man auf ein offenes Rennen. UWG-Bewerber Bruno Homberg kommt auf 2 Prozent. Für Martin Wächter bedeutet die Führung immerhin auch, „dass es offenbar keinen Amtsbonus gibt“, wie er auf WP-Anfrage erklärte. Volker Fleige sagte hingegen: „Hinten sind die Gänse fett.“ Die größte Gruppe sagt „Weiß nicht“. Laut Kommunikationswissenschaftlerin Sabine Lauderbach von der Uni Duisburg/Essen ist das ungewöhnlich. Es zeige, dass Menden auf einen Wahlkampf warte: „,Weiß nicht’ bedeutet oft, dass man interessiert ist, aber unentschlossen.“ Diese „Swing Votes“ stammten von Wählern, die nicht fest an eine Partei gebunden seien. Dazu der Bürgermeister: „Die Leute wollen Information, und die wird es geben. Ich gehe ganz optimistisch daran.“

Zehn Prozent wollen gar nicht gehen

Dass eine gleichfalls große Gruppe der Befragten keine Angaben zur Wahl macht, lässt die Analystin schmunzeln: „Das ist so in ganz Deutschland. Auskünfte übers Wahlverhalten sind hier ungefähr so beliebt wie die über das Gehalt.“

Zehn Prozent der Mendener geben an, nicht an der Wahl am 13. September teilnehmen zu wollen – für Lauderbach im Vergleich zu anderen Bürgerbarometern ein relativ geringer Wert. Zwar erscheine eine Beteiligung von 90 Prozent utopisch, doch immerhin erklärten nur wenige, die Bürgermeisterwahl von vornherein links liegen lassen zu wollen. Unter ihnen liegt der Anteil der weiblichen Befragten deutlich höher als bei den Männern.

In der Aufteilung nach Nord, Mitte und Süd fällt auf, dass Wächter, der aus Oesbern kommt, im Norden die höchste Zustimmung erfährt, Fleige indes aus der Mitte.

Nach Altersgruppen ist Wächter bei den Jüngeren bis 30 und den 50- bis 59-Jährigen beliebter, Fleige bei den 30- bis 39-Jährigen. Beide liegen gleichauf, wenn es um über 60- und über 70-Jährige geht. In diesen Gruppen liegt auch der Anteil der Befragten, die ihre Favoriten nennen, mit Abstand am höchsten.

UWG-Mann Bruno Homberg erreicht in keiner Kategorie einen zweistelligen Wert.

Heiße Phase nach den Ferien

Doch insgesamt sieht Lauderbach für alle Kandidaten viel Luft nach oben, auch für solche, die noch hinzukommen sollten. Erwartet wird, dass die heiße Wahlkampfphase nach den Sommerferien beginnt.