Die schönsten Stimmen der Gospelmusik

Menden..  Es begann mit der harmlosen Ankündigung „Wir sind hier um zu erzählen, wie sehr wir Jesus lieben“ und endete – man kann es nicht anders sagen – in einer riesengroßen Party. Für ein Konzert wie „The Best of Black Gospel“ in der St.-Marien-Kirche scheint der Ausdruck „stimmungsvoll“ mit erfunden worden zu sein.

Das Konzert war kaum eine Viertelstunde alt, da hielt es manche in den letzten Reihen schon nicht mehr auf den extra herbeigeschafften Stühlen und ohne großartig notwendige Animation seitens des neunköpfigen Ensembles wurde jeder dazu geeignete Song mit begeistertem Klatschrhythmus unterlegt.

Bekannte Gospel-Hits

Klar, die großen Gospelhits sind wohl bekannt. Sie aber in einem derart gefühlvollen und gleichzeitig mitreißenden Gewand zu präsentieren, verdient Respekt. Nun besteht das Ensemble „The Best of Black Gospel“ aber auch aus absoluten Profis, den besten ihres Faches aus den USA. Am Dienstagabend waren sie zu Gast in der Marienkirche auf der Platte Heide, nicht zum ersten Mal, und betonten, wie wohl man sich in Menden fühle und wie fantastisch doch das Publikum sei. Das darf man wohl ein Gefühl von Gegenseitigkeit nennen, denn bis auf ein paar freie Plätze in den hintersten Ecken platzte das Gotteshaus aus allen Nähten.

Den Altarraum würdevoll in ihre Bühne umzubauen gelang den Musikern äußerst gut. Ein bisschen wechsel-farbiges Licht in der Apsis, Spots auf die Sänger, ein mit Glühbirnen erleuchtetes Kreuz, zwei kleine Boxentürme, fertig. Und auch die zurückhaltende Instrumentierung mit zwei Keyboards und E-Schlagzeug ließ Platz für das Wesentliche: den Gesang und die Botschaft der Sänger. Das Rezept lautete meistens so: Abwechselnd durfte einer der Neun – jeder natürlich mit einer ganz eigenen charaktervollen und starken Stimme ausgestattet – die Leadvocals übernehmen, während der Rest den mehrstimmig-harmonischen Background mit rhythmisch fesselnden Einwürfen stellte.

Dass das Ensemble aber auch ganz hervorragende Entertainer vereint, ließen sie dann ab dem Mittelteil des Konzerts immer wieder durchblitzen, allen voran Gregory M. Kelly, der in einer unnachahmlich sympathischen Mischung aus Deutsch und Englisch einen kleinen Einblick in Welt und Geschichte des Gospel gab und sich dem Publikum wie folgt vorgestellt hatte: „I am the Chorleiter“. Diese Funktion übernahm er dann kurzerhand für die ganze Kirche – ein vielstimmiges „Freedom“ war der Beitrag de Zuhörer zu dem gleichnamigen Stück - denn: „Gospel funktioniert nach dem Prinzip Call and Response (Ruf und Antwort). Das heißt auch: Alle sind Sänger.“